Unterschiedliche Positionen zur Neugestaltung

Darmstädter Straße: Umbau ja, aber wann?

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Die Darmstädter Straße in Münster harrt seit Jahren einer grundlegenden Neu- und Umgestaltung. Zwischen Hallenbad und Erzberger Straße soll schon lange etwas passieren. Doch bis die Bagger rollen, muss noch viel geplant werden.

Münster - Gleich aus zwei politischen Richtungen machen sich Stimmen für den Endausbau der Hauptstraße durch Münster stark. Sowohl Bürgermeister Gerald Frank, SPD, als auch die CDU-Fraktion plädieren für einen Ausbau der Darmstädter Straße. Von Thomas Meier 

Sieht Frank zunächst Bürgerworkshops für Neugestaltung und Ortsentwicklung in 2016/17 vor, möchte die Union das Vorhaben schnellstmöglich angehen. Nicht immer sind sich alle Fraktionen in der Gemeindevertretung von Münster einig. Umso bedeutsamer, wenn man sich über alle Parteigrenzen hinweg verständigen könnte. Ein solches Beispiel ist die Umgestaltung der Darmstädter- und Frankfurter Straße. Dieser Aufgabe liegt nach Einbeziehung von Fachleuten wie Prof. Bert Rürup, Ing. Büro Kolb und Küllmer und anderen bereits seit langem ein gemeinsamer Beschluss aller Fraktionen in der Gemeindevertretung zugrunde. Alle Bürger Münsters wurden dabei im Vorfeld mit eingebunden. Schon als diese Maßnahme als Leitprojekt im Zuge des Perspektivkonzeptes für die Kommune vorgestellt wurde, waren mehr als 200 Bürger in die Gersprenzhalle gekommen.

Es gelang bereits vor vielen Jahren, die Verbesserungs- und Verschönerungsmaßnahmen, unterteilt in mehreren Abschnitten, anzugehen und bis auf den letzten Teil, von der Erzberger Straße bis Ortsausgang am Hallenbad, abzuschließen. Unter Einbeziehung hoher Fördermittel konnte die Maßnahme finanziert werden. Immer wieder wurden die Bürger in Entscheidungen eingebunden, auch wegen der Errichtung der Querungshilfen und Gestaltung der Mittelinseln mit Blumenkübeln. Die Gestaltung nahm breiten Raum bei den Meinungen in einer Bürgerversammlung beim SV Münster ein.

„Bevor nun neue, nicht dringend notwendige, teure Projekte wie die Umgestaltung des Rathausplatzes begonnen werden, sollten nach Meinung der CDU erst die bereits einstimmig beschlossenen zu Ende gebracht werden“, erklärt Thomas Heinz, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes. SPD und ALMA hätten schon im vergangenen Jahr den Endausbau der Darmstädter Straße bei der Haushaltsberatung verschieben wollen und in diesem Jahr sei die CDU auch auf Widerstand gestoßen. „Letztlich wurden durch die CDU zumindest für den Planungsstart Mittel für das Projekt in den Haushalt 2016 eingestellt“, so CDU-Fraktion in einer Mitteilung. Die Frankfurter- und Darmstädter Straße würden als raumfunktionales Rückgrat von Münster gesehen. Mit der Umgestaltung soll die wohnortnahe Versorgung erhalten und gestärkt werden. Sie soll Nutzungsschwerpunkt mit Identifikationsmöglichkeit sein. „Die CDU hat dieses Ziel im Visier und wird es entschlossen anstreben“, sagt CDU-Fraktionschefin Erna Roßkopf.

Dies lässt sich auch Bürgermeister Frank nicht absprechen, weiß er doch auch um die positiven Auswirkungen des bereits vor zehn Jahren fertiggestellten Ausbaus der Frankfurter Straße. Nur dürfe man nichts übers Knie brechen. In seiner Agenda sieht der Amtschef für 2016/17 Bürgerworkshops für die Neugestaltung der Darmstädter Straße und die Gesamt-Ortsentwicklung vor. Viele Aspekte müssten berücksichtigt werden. So beispielsweise die Entwicklung des KiK/Dornheim-Geländes an der Darmstädter Straße. Das tortenförmige Grundstück ist an einen Privatmann verkauft, jetzt braucht es eines Investors, der mit der Gemeinde entwickelte Bebauungspläne umsetzt.

Bei Neugestaltung der Darmstädter Straße müssten ferner das Grundstück des Hallenbads mit seinem Parkplatz („der keinen modernen Standards entspricht“) und auch auf gegenüberliegender Seite privater Grund wie beispielsweise Parkplätze vor China-Restaurant oder CdL einbezogen werden. Nicht übersehen dürfe man, dass die Post mit ihrem Verteilerzentrum derzeit in einer Sackgasse an der Hauptstraße liege, dass das Frankenbach-Gelände von der Darmstädter Straße aus angedient werden müsse und mehr. „Es gibt noch viel zu planen, bevor man hier Nägel mit Köpfen machen kann“, weiß der Verwaltungschef.

Quelle: op-online.de

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