Sponsoren für Veranstaltungen

Unterstützung fürs Kulturprogramm

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Moderate Preise für hochkarätige Künstler ist ohne die Hilfe der lokalen Wirtschaft nicht möglich. Fördern das diesjährige Kulturprogramm der Gemeinde Münster (v. l.): Bürgermeister Gerald Frank, Bauunternehmer Peter Rudolph, Erich Kampmann und Benina Klenk (beide Edeka Märkte Kampmann).

Münster - „Abteilung V“ nennt sich etwas trocken jenes Amt, das in Münsters Rathaus für die Themen Wirtschaftsförderung, Öffentlichkeitsarbeit, Sport und Kultur zuständig ist. Von Jens Dörr 

Gerade in der Kultur wagte die Gemeinde im vergangenen Jahr einen großen Sprung nach vorn: Stefanie Lange, die Anfang 2014 zur Verwaltung hinzugestoßen war, installierte ein vielfältiges Programm in der Kulturhalle. Weil Münster die Kleinkunst-Angebote etwa aus den Genres Comedy und Zauberei, aber auch Konzerte über die Veranstaltungen der Vereine hinaus fortführen möchte, andererseits den angefallenen finanziellen Zuschussbedarf reduzieren will, sollen nun neben Eintritts- und Steuergeldern auch Sponsoren den Erhalt des Programms 2015 sichern. Das entsprechende Konzept und die größten Gönner stellte Bürgermeister Gerald Frank nun auf einer Pressekonferenz vor. Die wichtigste Zahl: Für die acht Veranstaltungen dieses Jahres, darunter sechs mit Eintrittspreisen zwischen zwölf und 25 Euro sowie zwei kostenlosen, hat die Gemeinde aus der Wirtschaft bislang 10.000 Euro an Sponsorengeldern eingeworben.

Das ist ein Vielfaches der externen Unterstützung der Premierensaison 2014. Damals war etwa Erich Kampmann, Inhaber des Edeka-Markts in Münster sowie zweier weiterer Märkte in Georgenhausen und Fränkisch-Crumbach, noch „Pionier“ im Sponsoring, wie es Frank ausdrückte. Er brachte sich neben zwei weiteren Unterstützern von Beginn an ein und ist auch in diesem Jahr Geldgeber. Kampmann zählt dabei zur höchsten Kategorie der Sponsoren, die die Gemeinde als „Kultur-Partner“ bezeichnet. Hier versammelt sie Gönner, die pro Jahr mindestens 2 000 Euro bezahlen. Das tun 2015 drei weitere Sponsoren: das Straßen-, Tief- und Landschaftsbau-Unternehmen Peter Rudolph aus Altheim, die Sparkasse Dieburg und die HEAG Südhessische Energie AG (HSE). Für diese „Kultur-Partner“ nahmen Peter Rudolph, Münsters Sparkassen-Geschäftsstellenleiterin Elke Heuß sowie HSE-Kommunikationsservices- und Sponsoringleiter Florian Matthies an der Pressekonferenz teil. Neben Erich Kampmann vertrat zudem Benina Klenk die Edeka Märkte Kampmann.

„Es sind gerade die freiwilligen Aufgaben, die eine Gemeinde lebenswert machen“, begründete Frank gegenüber den Medienvertretern die Anstrengungen, Münsters Kulturangebot der vergangenen Jahre nicht nur zu erhalten, sondern mit dem seit letztem Jahr zusätzlichen Programm zu erweitern. „Ohne sie wäre unser Leben arm“, ergänzte er und regte auch an, darüber nachzudenken, wie es sich in Münster leben ließe, wenn etwa die kostenträchtigen Angebote wie das Hallenbad, die Bücherei oder die Kulturhalle nicht mehr bestünden. Gerade letztere werde auch durch das von der Gemeinde initiierte Programm beworben und so bald vielleicht auch durch extern veranstaltete Events ausgelastet. „Das Programm soll auch unsere Kulturhalle bekanntmachen“, sagte Frank und berichtete von vielversprechenden Interessenten, die sich eine Anmietung für eine Veranstaltung vorstellen könnten.

Inwiefern die „Kultur-Partner“ die Ereignisse nutzen, um auf sich und ihre Angebote aufmerksam zu machen, blieb auf der Pressekonferenz noch offen. HSE-Mann Matthies deutete etwa an, man werde eine der Veranstaltungen nutzen, „um mit den Gästen in Kontakt zu treten; wir werden dafür unsere Bestandskunden aktivieren und eventuell auch Karten verlosen“. Auch über diese Multiplikatoren erhofft sich die Gemeinde, bei der ein oder anderen Veranstaltung nahe an die Maximalauslastung bei Reihenbestuhlung – insgesamt 550 Personen – heranzukommen. Frank schätzte etwa den Auftritt des als Gernot Hassknecht („Heute Show“) bekannt gewordenen Schauspielers Hans Joachim Heist in der Rolle des Heinz Erhardt (am Freitag, 19. Juni, Karten für 19 Euro im Vorverkauf im Rathaus sowie im Schreibwaren Haus Münster) als Publikumsmagneten dieses Jahres ein.

Neben den vier genannten „Kultur-Partnern“, die jeweils 2 000 Euro einbringen, hat Münster fünf weitere Sponsoren der Kategorie „Kultur-Förderer“, die jeweils mehrere hundert Euro spenden, gewonnen. Die Förderer sind die Firmen e-concept, Merck, Fraport und das Ingenieurbüro Reitzel. Hinzu kommt noch die Vereinigte Volksbank Maingau. Möglich ist darüber hinaus ein Investment als „Kultur-Unterstützer“, das mit Beträgen zwischen 100 und 499 Euro einhergeht. Das sei auch für kleinere Unternehmen und Einzelpersonen geeignet, erläuterte Frank. Die bisherigen Sponsoren sind als eine der Gegenleistungen beispielsweise auf den Werbemitteln wie dem Programm, Flyern und Plakaten zu finden. Das eingeworbene Geld wird nicht vorab zur Subvention einzelner Auftritte verplant, sondern fließt in einen gemeinsamen Topf, aus dem unter anderem die Werbung bezahlt wird.

Quelle: op-online.de

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