Asylkreis für Flüchtlinge

Mit Vereinsstruktur noch effektiver

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Der aus dem Asylkreis für Flüchtlinge neu gewählte Vorstand des Vereins.

Münster - 50 Asylbewerber leben derzeit in der Gemeinde, bis Jahresende werden es schätzungsweise mindestens doppelt so viele sein. Der bisherige Arbeitskreis Asyl hat sich auch aus diesem Grund jetzt eine Vereinsstruktur gegeben.

Der offizielle Name des eingetragenen Vereins ist „Verein Arbeitskreis (AK) Flüchtlinge Münster“. So gibt es nun auch dort eine offizielle Organisationsform, die sich der Unterstützung hier in Münster lebender Flüchtlinge annimmt. Bisher mussten viele helfende Hände ihre oft knapp bemessene Freizeit opfern, um sich um Dinge zu kümmern, die auch zentral bearbeitet werden könnten. Die Lösung eines grundsätzlichen Problems beispielsweise bei der Eröffnung von Konten für Flüchtlinge, um nur einen Punkt herauszustellen, nahm extrem viel Zeit in Anspruch. Zeit, die nicht direkt für die Flüchtlingsarbeit vor Ort verwendet werden konnte.

Von den Anwesenden wurde in einem ersten Schritt die Gründung eines Vereines beschlossen und ein geschäftsführender Vorstand gewählt. Ihm gehören Peter Panknin als Erster Vorsitzender, Jan Stemme als sein Stellvertreter und Karin Kreher als Rechnerin an. Wichtigste erste Aufgabe war es, die für heute um 19.30 Uhr im Rathaus stattfindende Mitgliederversammlung vorzubereiten, auf der eine Satzung zu beschließen und auch ein endgültiger Vorstand samt möglicher Beisitzer zu wählen ist. Dies ist die Basis für die Eintragung des Vereins in das Vereinregister und die Gewährung der Gemeinnützigkeit.

Die Rechtsform „eingetragener Verein“ bietet einige Vorteile. Er soll Dienstleister für die vielen helfenden Hände sein, soll die Arbeitsbedingungen schaffen, damit die Helfer effizient und wirkungsvoll agieren können. Um die Helfer, die konkret die Asylsuchenden betreuen, zu unterstützen und sie nicht mit administrativen Aufgaben zu belasten, müssen andere Engagierte gewonnen werden.

Derzeit leben knapp 50 Asylbewerber in Münster. Es ist schon längere Zeit kein Geheimnis mehr, dass sich diese Zahl bis zum Ende des Jahres zumindest verdoppeln wird. Um die bevorstehenden neuen Aufgaben bewerkstelligen zu können, bedarf es viel mehr zupackender Engagierter als heute zur Verfügung stehen. „Alle Menschen, denen das Wohl und der Respekt vor den Flüchtlingen wichtig ist, sind aufgerufen, sich in die Arbeit einzubringen“, sagt etwa Vorsitzender Peter Panknin.

Seien es die Übernahme von regelmäßigen Besuchen vor Ort, Deutsch-Unterricht für Ausländer, die Bereitschaft, Fahrten zum Arzt oder zu Ämtern durchzuführen, mal Hand anzulegen, wenn kurzfristig Kleinigkeiten in einer Flüchtlingswohnung zu reparieren sind, überall gebe es Möglichkeiten, sich auf Basis der individuell verfügbaren Zeit an der wichtigen ehrenamtlichen Arbeit zu beteiligen. Jede einzelne Stunde sei ein bedeutender Beitrag, es den Flüchtlingen aus unterschiedlichen kulturellen Umfeldern einfacher zu machen, sich in ein komplett neues Umfeld einzufinden.

Zu den administrativen Tätigkeiten eines Vereinsvorstandes gehört auch die Organisation von Veranstaltungen, das Sammeln von Spenden, das Ausstellen von Spendenbescheinigungen und schließlich auch Pressearbeit, die im Rahmen der Möglichkeiten auch von der Gemeinde unterstützt wird. Ein offizieller und gemeinnütziger Verein bietet allen Engagierten eine verbindliche, belastbare Basis zur Mitarbeit. Es braucht offizielle Ansprechpartner, die ein Verein, der einen ausgewiesenen Satzungszweck hat, in ganz anderer Weise bietet als eine Initiativgruppe. Der Vorstand ist auch Ansprechpartner der Gemeinde, wenn es um Unterstützung geht. Über ihn können Wünsche der Helfer an die Gemeinde herangetragen werden und gemeinsame Aktivitäten abzustimmen und zu koordinieren. (tm)

Quelle: op-online.de

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