DJK holt sich Pokal von der Feuerwehr zurück

Volksradfahren in Münster: Mit 91 Jahren ins Ziel geradelt

+
Siegerehrung zum Volksradfahren am Münsterer Freizeitzentrum. Das Foto zeigt die Vertreter jener Vereine und Gruppen, die mindestens zehn Fahrten absolvierten. Links Vereinsvorsitzender Willi Braun, rechts Bürgermeister und Schirmherr Gerald Frank.

Münster - Die DJK Blau-Weiß Münster hat zurückgeschlagen: Entthronte im Vorjahr noch die Freiwillige Feuerwehr Münster die DJK als teilnehmerstärksten Verein beim Volksradfahren und wies damals lediglich eine absolvierte Strecke mehr auf, so entschied diesmal wieder eine Winzigkeit für die Blau-Weißen. Von Jens Dörr 

Sie nahmen am Sonntag unter lautem Johlen den Wanderpokal von Rathaus-Chef und Schirmherr Gerald Frank sowie Willi Braun, Vorsitzender des Vereins Radsport Münster, am Freizeitzentrum entgegen. Der idyllisch Platz am See war am Samstag und Sonntag nicht nur Schauplatz des gemütlichen Waldfests des Vereins Radsport, sondern zugleich auch Ziel für die Teilnehmer des 44. Volksradfahrens, für dessen Ausrichtung in Münster kein anderer Verein besser geeignet sein könnte. Gestartet wurde an beiden Tagen an der Vereinshalle am Bahnhof. Zur Auswahl standen Strecken über zehn, 20 und 50 Kilometer, die - auf der längsten Distanz - bis nach Hassenroth und Hummetroth im Odenwald führten und gerade auf dem Rückweg über Höchst den ein oder anderen saftigen Anstieg beinhaltete.

Für die Endabrechnung, welche Gruppe oder Verein nun die meisten Menschen auf die Räder brachte, spielte die Länge der gewählten Strecke keine Rolle. „Manche haben auch zwei Strecken absolviert, eine am Samstag und eine am Sonntag“, sagte am Sonntagnachmittag, als der offizielle Teil beendet war, Vereins-Pressesprecher Anton Frank. Wenn in der Summe von 602 „Teilnehmern“ am diesjährigen Münsterer Volksradfahren gesprochen wurde, so handelte es sich dabei genauer eigentlich um absolvierte Fahrten. Die Zahl der teilnehmenden Personen lag ein wenig darunter. Gegenüber dem Vorjahr (550 Fahrten) verzeichnete das Münsterer Volksradfahren als eine Art Gaudi, die nebenbei auf das Rad als günstiges, gesundes und umweltfreundliches Fortbewegungsmittel aufmerksam macht, einen klaren Anstieg an gefahrenen Strecken.

Das Volksradfahren wurde in das gemütliche Waldfest des Vereins Radsport eingebettet.

78 Fahrten gingen am Samstag und Sonntag, der mit insgesamt 407 Fahrten der stärker frequentierte der beiden Tage war, auf das Konto der DJK Blau-Weiß. Dies waren zwei Fahrten mehr, als sie die Feuerwehr zustande brachte. Zwischen DJK und Feuerwehr-Verein herrscht seit Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen an der Spitze. Nicht allzu weit entfernt vom Spitzenduo war in diesem Jahr auch die Wandergesellschaft „Frisch Auf“ auf Rang drei (67 Fahrten). Schon abgeschlagen, aber immer noch mit einer stattlichen Anzahl an Radlern unterwegs waren die Los Pedalos (35 Fahrten) auf Rang vier. Dahinter landeten die Naturfreunde Dieburg, die in Sachen Herkunft eine Ausnahme waren: Unter den 27 teilnehmenden Vereinen und Gruppen waren ansonsten fast ausschließlich welche aus Münster.

Bußgeld-Katalog: Das kosten Radl-Sünden

Auch in diesem Jahr zeichneten Bürgermeister Frank und der Verein Radsport zudem den ältesten Teilnehmer des Volksradfahrens aus: Franz Johnke war mit 91 Jahren noch mit von der Partie, wird dafür zuhause eine gesonderte Ehrung erhalten. Der sportliche Ehrgeiz wird auch am Samstag und Sonntag dieser Woche bei vielen Münsterern geweckt werden, wenn am Samstag und Sonntag das von der Wandergesellschaft „Frisch Auf“ ausgerichtete Volkswandern stattfindet und in ein Fest auf dem Außengelände des Vereins eingebettet wird.

Der Verein Radsport könnte in diesem Jahr unterdessen noch einmal in ganz anderer Hinsicht von sich Reden machen: Der Verein hat sich um die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaft im Einrad-Hockey beworben. Die recht exotische Sportart betreibt der Verein auch selbst. Anfang September fällt die Entscheidung, ob die Münsterer den Zuschlag erhalten werden. Die entsprechende Abteilung des Vereins Radsport zeigt sich optimistisch. Für den Fall, dass es mit der Endrunde (die im November in der Gersprenzhalle ausgetragen würde) doch nicht klappen sollte, hoffen die Mitglieder zumindest darauf, Gastgeber eines Qualifikationsturniers zu werden. In diesem Fall wäre sicher, dass auch der Verein Radsport, der sich voraussichtlich nicht direkt für die Endrunde qualifizieren wird, sondern den Umweg über ein solches Qualifikationsturnier wird gehen müssen, mit einer eigenen Mannschaft mit von der Partie ist.

Quelle: op-online.de

Kommentare