Glasfenster von St. Michael

Warmes Licht auf 14 Nothelfern

Münster - Die Glasfenster von St. Michael sind immer ein Hingucker und stehen öfter im Fokus von Führungen. Von Peter Panknin

Beeindruckende Darstellung des Erzengels Michael im Seitenfenster der katholischen Kirche in Münster. -

Vor der Nacht der Kirchen in Münster, Altheim und Eppertshausen schauten Margarete Elster, Brigitte Ganz und eine Besuchergruppe im lichtdurchfluteten Sakralbau vorbei. Die Kirche St. Michael in Münster ist bereits sehr alt, präsentiert sich aber in ihrer heutigen äußerlichen Form erst seit 1910. Mit Errichtung der beiden Seitenschiffe und der Ergänzung des Turms um eine mehrfach gestufte Schieferhaube war das Gotteshaus zu diesem Zeitpunkt im Wesentlichen fertiggestellt. Die Bilder der Heiligen, die ihre Fenster verzieren, befinden sich mit einer Ausnahme auch schon seit über 100 Jahren an ihrem jetzigen Platz. Da es nicht für jedermann ersichtlich ist, weshalb gerade diese Abbildungen von Heiligen die Fenster schmücken und welchen Bezug diese zu Münster und seiner Kirche haben, lädt die Erwachsenenbildung St. Michael immer wieder einmal zu einer Führung ein, um Interessierten die Hintergründe näherzubringen.

Besonders an Sommerabenden lässt schönes, warmes Licht die Bilder richtig leuchten. Die Einladung zur jüngsten Führung war aber nicht bei der Abendsonne angekommen, denn sie hatte sich hinter dunklen Wolken versteckt. Nicht die bekannten 14 Nothelfer erschienen zur angegebenen Zeit in der Kirche, aber ebensoviele Interessierte konnten Brigitte Ganz und Margarete Elster letztendlich doch begrüßen.

Eine Schar Interessierter versammelte sich zum Vortrag über die Heiligen in den Fensterbildern von St. Michael.

Alle wurden eingeladen, zunächst in einem individuellen Rundgang die Bilder in den Fenstern ohne Worte auf sich wirken zu lassen. Im Anschluss begab man sich als Gruppe zu den Bildnissen und Margarete Elster gab Hinweise darauf, welche Heiligen dargestellt sind und warum sich gerade diese in der Kirche zu Münster befinden. Den Heiligen Bernhard zum Beispiel hat Bernhard Lesker, geboren 1838 in Schwerin, um 1910 herum Pfarrer in der Münsterer Gemeinde, nach St. Michael gebracht, ebenso wie den Heiligen Benedikt, denn vor seiner Tätigkeit als Gemeindepfarrer war Bernhard Lesker Benediktiner. Die Bilder befinden sich etwas versteckt im rechten Seitenschiff und wurden wohl in einer Mainzer Glaswerkstatt gefertigt, während alle anderen Bildnisse bereits in der „alten“ Kirche vorhanden waren. Genauere kunsthistorische Daten konnten hierzu nicht genannt werden.

Schutzheiliger der Kirche und deren Gemeinde ist der Erzengel Michael, dessen Bildnis ursprünglich hinter dem Hochaltar angebracht und damit für alle Gottesdienstbesucher sichtbar war. Seit der Renovierung der Kirche im Jahr 1970 befindet sich das große Bild seitlich vom Altar und ist seitdem aus dem unmittelbaren Blickfeld der Besucher entschwunden. Deutlich sichtbar sind aber nach wie vor die Bildnisse der Heiligen Barbara und der Katharina, zwei der drei Frauenfiguren, die zum Kreis der 14 Nothelfer zählen. In der früheren, bäuerlich geprägten Gesellschaft galt der Heilige Wendelin (vom Eingang der Kirche gesehen das zweite Bild rechts) als Patron der Hirten, Schäfer und Bauern und des Viehs im Stall. In neuerer Zeit gilt er als Hüter des Natur- und Umweltschutzes.

Als letzte der sieben Darstellungen sei die des Heiligen Rochus, Patron der Gefangenen, der Kranken und der Ärzte genannt, aber der schien bei den Gesprächen um das Rochus-Krankenhaus in Dieburg abgelenkt gewesen zu sein.

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Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Peter Panknin

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