Weihnachtsmarkt in Münster

Advent: Ankunft in allen Hütten

+
Adventliche Gemütlichkeit: Sich zur Abendszeit am Kessel mit glühender Kohle sein Stockbrot rösten, das gibt’s nur in Münster.

Münster - Pünktlich mit dem ersten Adventswochenende lockte auch Münsters kleiner, aber feiner Weihnachtsmarkt auf den Rathausplatz. Von Thomas Meier

An etwa einem Dutzend Stände rund um die Bühne über dem Rathausbrunnen verlustierten sich Samstag und Sonntag viele hundert Besucher, derweil im Rathaus eine kleine Ausstellung zu sehen war. Eröffnet wurde das besinnliche Treiben mit einem kleinen Krippen-Singspiel, aufgeführt vom Kindergarten Im Rüssel. Sehr engagiert und aus voller Kehle intonierten die Kleinen Weihnachtslieder und erläuterten die Story von Christi Geburt.

Bürgermeister Gerald Frank ließ es sich nicht nehmen, in seinen Grußworten aufs Herbergsgeschehen zur Weihnachtszeit einzugehen. Auch Münster, insbesondere seit Donnerstag ebenfalls der Ortsteil Altheim, geben Flüchtlingen ein Obdach, „Menschen, die Schutz und Geborgenheit suchen“. Der Notfallplan der Gemeinde habe trotz der immensen und plötzlichen Zuweisung von 60 Asylbewerbern innerhalb weniger Stunden nur funktioniert, weil die amtlichen und ehrenamtlichen Helfer so beherzt zugepackt hätten. Frank erinnerte an die Kraftanstrengung, die Sport- und Kulturhalle als Notdomizil herzurichten. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass diese Übergangslösung „in vier, sechs oder sieben Wochen“ Geschichte ist. „Menschlichkeit und humanitäre Werte sind gefragt in diesen Zeiten. Und das ist verbunden mit einer großen Verantwortung“, so der Verwaltungschef.

Annelore Oestreicher, Vorsitzende des den Markt seit rund 30 Jahren ausrichtenden Gewerbevereins, war zufrieden mit dem Besuch des Geschehens, wenngleich sie bedauerte, dass sich in diesem Jahr keine Vereine fanden, die weihnachtliche Weisen auf der doch reichlich Raum bietenden Bühne zum Besten geben wollten. Doch mit den zwölf Budenbeschickern, dem Nikolaus, der gestern auf dem Schlittenhundewagen Geschenke vorbeibrachte, und den Feuerschluckern habe man doch ein attraktives Beiprogramm angeboten. Auch der kleine Markt der Freizeitkünstler im Rathaus-Sitzungssaal ziehe immer viele Interessierte an.

Bilder: Weihnachtsmarkt in Münster

Ob der Markt nächstes Jahr noch auf dem Rathausplatz stattfindet, ist ungewiss. Die Gewerbvereinsvorsitzende bezweifelt, dass in Zeiten der Umbauten des Kaufhauses zum großen Hotel am Rande des Platzes noch das rechte Flair für das Adventsgeschehen geboten werde könne. Ihr schwebt stattdessen vor, den Weihnachtsmarkt aufs Freigelände des Wandervereins Frisch-Auf an die Bahnhofstraße zu verlegen. Dort, wo sommers der Biergarten locke, sei im Advent auch Platz für einen kleinen Weihnachtsmarkt mit Karussell für die Kinder. Man plane noch, verriet Oestreicher.

Für dieses Jahr jedenfalls verstanden es alle Akteure, besinnliche Stimmung am Platz aufkommen zu lassen. Do lockten etwa die Pfadfinder in ihre heimelige Jurte, die sie neben dem Eingang zum Rathaus aufgeschlagen hatten und in der sie neben einem wärmenden Feuerchen auch ebensolche Getränke anboten. Eine Mandelbrennerei lockte mit Süßigkeiten, die Kerbborschen 2016 mit Glühwein und die von 2011 mit Frischgezapftem. Waffeln gab es bei den Messdienern, nebenan roch es nach Schmalzbroten und Vanillepunsch. Mistelzweige waren zu erstehen, heiße Maronen und Pizza vom neu geöffneten Lokal am Rathausplatz, die frisch vom Stand verkauft wurde. Im Rathaus-Foyer und im Sitzungssaal hatten ebenfalls rund ein Dutzend Freizeitkünstler ihre Produkte feil geboten.. Da gab es der Jahreszeit angepasste, modische Strickmützen, Schals, mit Engeln verzierte Kerzen und Büttenpapier, fantasievolle Stofftiere, bemaltes Porzellan, selbstgemachte Marmeladen oder Likör und noch viel mehr.

Quelle: op-online.de

Mehr zum Thema

Kommentare