Münsters Weihnachtsmarkt

Lichterglanz und Bratapfelduft

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Drauß’ vom Juz, da kamen sie her, Münster zu singen, es weihnachte sehr: Die Kinder läuteten das Markttreiben mit Inbrunst ein.

Münster - Rund ein Dutzend Buden, Karussell, Kohlefeuer, Süßwarenstand und etliche Auftritte mit Gesangseinlagen auch feuriger Natur lockten am Wochenende viele hundert Besucher zum Weihnachtsmarkt auf den Rathausplatz. Von Thomas Meier 

„Den kleinen, aber feinen Markt in adventlicher Zeit gibt es in Münster seit 1986“, erinnert sich Annelore Oestreicher, Vorsitzende des ihn seitdem ausrichtenden Gewerbevereins. Sie freute sich, dass er entgegen anderer Erwartung auch 2016 wieder vor dem Verwaltungsgebäude stattfinden konnte. Noch im vergangenen Jahr wähnte man allgemein den eher öde gestalteten Vorplatz zur aktuellen Adventszeit schon im Umbau, doch müssen erst im kommenden Jahr Zuschüsse beantragt und gewährt werden, bevor die Gemeinde tatsächlich zum Spaten greifen kann.

Und so gab es wieder das vertraute Stelldichein der Münsterer auf „ihrem“ Weihnachtsmarkt, der weit über den Platz hinaus schon zu riechen war. Gebrannte Mandeln, Glühwein, Bratapfel und -wurst sowie viele andere Leckereien sandten ihre olfaktorischen Reize aus.

Bürgermeister Gerald Frank konnte es am Samstag gar nicht abwarten, das Treiben zu eröffnen. Schon fünf Minuten vor der Zeit begrüßte er die vielen Gäste, kaum dass man ihm das Mikrofon in die Hand gedrückt hatte. Und er sprach wie in den beiden Vorjahren von einem Podium mitten über dem – schon lange kaputten und abgebauten – Rathausbrunnen zur Bevölkerung. Stolz war er über den kapitalen Weihnachtsbaum, der fast die Höhe des Verwaltungsgebäudes erreiche und den die städtischen Bauarbeiter in seiner ganzen Schönheit dort errichtet hätten. Er riet, Weihnachten als Fest der Besinnung zu begehen, mal wegzukommen vom hektischen Alltag. Auch sei die Zeit der Dankbarkeit angebrochen, dankbar könne man im demokratischen Land sein für das Dach überm Kopf und den Frieden. Dingen, die global nicht selbstverständlich seien, schaue man auf die Krisenherde.

Nun, davon sangen die Kinder der ins Juz ausgelagerten Tagesstätte „Im Rüssel“ nicht. Sie hatten vielmehr weihnachtliche Weisen eingeübt, und trugen sie von der Bühne, die eigentlich für sie verboten sein sollte („Eltern haften für ihre Kinder“ stand auf Warnschildern vor dem Holzkonstrukt), sehr zur Freude der Eltern und Freunde vor. Auch die Christliche Gemeinde intonierte adventliche Gesänge, und dies an beiden Tagen. Zudem sang gestern Simone Buschmann Weihnachtsmelodien, musikalische begleitet von Manfred Müller.

Weihnachtsmarkt auf den Rathausplatz in Münster: Bilder

Doch auch rund um den schon mal teilumgestalteten Rathausbrunnen herum tat sich stets einiges. Neben dem Gewerbeverein, der im Zelt Waffeln, Kaffee und Kuchen feilbot, hatte sich der Arbeitergesangverein Eintracht mit Weingeistreichem eingefunden. Die Pfadfinder verköstigten unter aufgebauter Jurtenplane die Gäste, die Messdiener hatten Spezialitäten vorbereitet, und die Mitglieder vom Stammtisch der Schoppepetzer sowie die aktuellen Kebburschen durften mit Flüssigem auch nicht fehlen. Vom neuen McDöner im Gersprenzort, der wie auch die Suppentanten von der Firma Stobbe mittlerweile dem Gewerbeverein beigetreten sind, gab es herzhafte Speisen.

Und im Rathausfoyer sowie im Sitzungssaal des Amtes hatten sich zehn ausstellende Künstler und Kunsthandwerker präsentiert. Warme Mützen und Schals, leckere „Con-Jäckchen“ für die innere Wärme, verzierte Weihnachtskerzen, Bilder und mehr gab es dort zu bestaunen und zu erwerben.

Das vorweihnachtliche Highlight bei all dem Lichterglanz waren für die kleinen Besucher freilich gestern der große Auftritt des Weihnachtsmannes, der mehr als einmal mit seinem Hundeschlitten vorfuhr, um säckeweise seine Geschenke (sponsert by Gewerbeverein) auszuschütten, und die Feuerspucker von „Call of Flame“.

Quelle: op-online.de

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