Weihnachtsmarkt am Rathausplatz

Große Augen auf kleinem Markt

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Dicht an dicht gedrängt verfolgten die Besucher um die neue Bühne das Geschehen zur feierlichen Weihnachtsmarkteröffnung in Münster.

Münster - Das Größte beim kleinen, aber feinen Weihnachtsmarkt am Rathausplatz sind immer die Kinderaugen. Sie sind schönster Lohn aller Mühen, das traditionelle Geschehen rund um, und neuerdings auch auf dem Rathausbrunnen aufrecht zu erhalten. Von Thomas Meier

Nach dem Wegfall einiger Traditionsfeste herrscht wenigstens noch beim adventlichen Treiben, für das erneut der Gewerbeverein verantwortlich zeichnete, ein uneingeschränkter Zusammenhalt der Münsterer, die sich an der Gemeinschaftsaktion erfreuen.

Samstag und Sonntag überstrahlten so die Kinderaugen und die Blitzlichtgewitter, entfacht mit Fotoapparaten und Handys von Eltern und Opas und Omas, das Novembergrau, dem man im heimeligen Ambiente vor und hinter den Rathaustüren keine Chance ließ.

Schon vor dem offiziellen Beginn im Budenrund um die erweiterte Bühne tummelten sich die Besucher am Samstagnachmittag vor Münsters Verwaltungssitz. Die Vorsitzende des Gewerbevereins, Annelore Oestreicher, freute sich schon bei der Begrüßung über den großen Zuspruch und auch die Unterstützung durch den neuen Bürgermeister Gerald Frank, der den Abriss des Kiosks genutzt hatte, mehr und übersichtlicheren Platz fürs Marktgeschehen zu schaffen. Doch auch alle anderen Helfer fanden lobend Erwähnung. Schließlich erklärte Oestreicher: „Das Karussell ist da, der Glühwein läuft, die Mandeln sind heiß, der Markt ist eröffnet.“

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Gerald Frank – wohl noch ein wenig in Wahlkampflaune – nutzte die Plattform des Weihnachtsmarktes, an politische Gaben zu erinnern. Darunter sein Versprechen, ein wenig mehr Flair auch in diesen kleinen Markt zu bringen: „Es ist gelungen, oder?“, rief er ins Publikum, Beifall dafür erntend. Dass dann bei den Themen mehr Demographie für den Ort, Mäusberg-Entwicklung und Sportzentrumsbau die Aufmerksamkeit etwas abebbte, war nicht zuletzt den kleinen Besuchern geschuldet, die mit Macht selbst auf die Bühne drängten. Die Kinder des Evangelischen Kindergartens wollten schließlich ihre erlernten Weihnachtslieder zum Besten geben, wofür der frischgebackene Verwal-tungschef dann auch gleich Verständnis zeigte. Mit den Wünschen auf eine frohe, entschleunigte Weihnachtszeit überließ er dem Nachwuchs das Auftrittsareal.

Auf Münsters Weihnachtsmarkt ließ es sich gut bei Speis’, Trank und Programm aushalten.

Es sollte nicht der einzige Auftritt gewesen sein. Sopranistin Christiane Mikoleit verzauberte die Zuhörer am frühen Abend mit kunstvoll gesungenen weihnachtlichen Weisen, in deren bekannteste das Publikum gar mit einstimmen sollte. Gestern Nachmittag schlug die Stunde des Kindergartens Im Rüssel, deren Kleinen freilich auch das passende Liedgut gelernt hatten. Und besonders zu Freude aller Kinder hatte dann noch ein ganz wichtiger Vertreter der Adventszunft seinen spektakulären Auftritt: Der Weihnachtsmann kam im Hundeschlitten vorgefahren. Klar, dass das Rundherum am Platze stimmte. Da gab es Süßes und Deftiges, Kinderpunsch und Hochprozentiges, Kartoffelflocken und überm Feuer Gebrutzeltes. Neben dem Gewerbeverein legten sich für die rechte Stimmung die Messdiener, die Kerbborsche Schobbepetzer ’11, Friedel Seib, die Christliche Gemeinde, die Blumenstube Reuss und Karussell Schmitt ins Zeug.

Im Rathaus-Foyer sowie im Sitzungssaal hatten einige Kunsthandwerker und Freizeit-Kreative an etlichen Ständen ihr Angebot ausgebreitet. Von Weihnachtsplätzchen über Adventsdeko und allerlei Selbstgestrickten und -gesticktem gab es dort allerhand an Geschenken zu erstehen.

Quelle: op-online.de

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