Vergeblicher Versuch der ALMA

Wertschätzung ohne Dringlichkeit

Münster - „Erzieherinnen und Erzieher in den Kindertagesstätten verdienen Anerkennung und eine leistungsgerechte Bezahlung.“ Von Thomas Meier

Dieser Satz steht über einem Beschlusstext, den die Alternative Liste Münster und Altheim (ALMA) zur jüngsten Gemeindevertretersitzung in einem Dringlichkeitsantrag eingebracht hatte, um ihn umgehend den Beteiligten im aktuellen Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes zuzuleiten. Doch widerfuhr dem Antrag das Gleiche wie dem Dringlichkeitsantrag der Union zur Gewerbemeile: Er fand keine Zweidrittelmehrheit. So wird sich das Parlament in seiner kommenden Sitzung mit dem Text auseinandersetzen müssen, auch wenn dann wahrscheinlich nicht mehr gestreikt wird. Doch gehe es, so Antragsbegründer Gerhard Bonifer-Dörr, darum, ein Zeichen der Solidarität mit den heimischen Erziehern zu setzen.

„Das Erziehungspersonal in den Kinderbetreuungseinrichtungen leistet eine gesamtgesellschaftlich ungemein wichtige, dennoch aber auf finanzielletr Ebene bisher permanent unterbewertete Arbeit“, heißt es in dem ALMA-Schreiben. Mit ihrem Streik wollten die Erzieher erreichen, dass sie in bessere Gehaltsgruppen eingestuft werden, was laut Gewerkschaften im Durchschnitt zehn Prozent mehr Gehalt für die Kita-Kräfte bedeute. Berufseinsteiger bekämen bei Vollzeitbeschäftigung derzeit knapp 2 000 Euro brutto im Monat: „Nicht genug und sicher zu wenig, um die Wertschätzung auszudrücken, die die Arbeit der Pädagogen verdient“, heißt es. Der Streik belaste jedoch auch Eltern und Kinder, sagte Bonifer-Dörr. Die Gemeindevertretung solle die Tarifparteien auffordern, konsequent auf eine Einigung hinzuarbeiten, „die die Anerkennung für den hohen Wert der Erziehungsarbeit mit einer verbesserten und adäquaten Entlohnung verbindet“.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Archiv: dpa

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