Treffen des Arbeitskreises

Wo kommen die Flüchtlinge unter?

+
Arbeitskreis hört sich bei Nachbarn um und sucht mit Gemeinde nach geeignetem Wohnraum. Teilnehmer des Arbeitskreises Flüchtlinge (stehend): Thomas Koch, Abteilungsleiter Flüchtlinge beim Landkreis, und Hülya Lehr, Ausländer-Beauftragte der Gemeinde Münster.

Münster - Zum zweiten Treffen des Arbeitskreises Flüchtlinge hatte die Gemeinde in den Sitzungssaal des Rathauses eingeladen.

Bürgermeister Gerald Frank konnte neben Vertretern der christlichen Kirchengemeinden in Münster, einem Mitglied der muslimischen Ahmadiyya Gemeinde, Repräsentanten der Schulen und der gemeindlichen Gremien zahlreiche interessierte und engagierte Bürger begrüßen. „Bevor wir das Rad neu erfinden, schauen wir mal, was in der Nachbarschaft schon zum Thema existiert“, lautete das Motto von Frank. So berichtete die 17-jährige Lorena Heil, Schülerin des Max-Planck-Gymnasiums in Groß-Umstadt, über die Organisation von Treffen mit Flüchtlingsfamilien in Groß-Umstadt in Form eines „Offenen Cafés“ zu ersten Kontaktaufnahmen und Gesprächen. Auch ein gemeinsames Kochen und Essen hat bereits stattgefunden. Im Vordergrund stehen hier zwischenmenschliche Kontakte, unabhängig von allen formalen und rechtlichen Aspekten, die beim Thema Flüchtlinge ebenfalls zu beachten sind.

Ergänzt wurden die Ausführungen von Lorena Heil durch den Vortrag von Andrea Alt, Bildungsreferentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) mit dem Thema „Endlich Angekommen?“. Unterbrochen wurden die Vorträge immer wieder von Fragen aus dem Publikum, die von den Referentinnen oder dem ebenfalls anwesenden Leiter der Abteilung Flüchtlinge des Landkreises Darmstadt-Dieburg, Thomas Koch, kompetent und ausführlich beantwortet wurden. Einige Fragen gingen sehr ins Detail, wie zum Beispiel zur Behandlung und Betreuung traumatisierter Flüchtlinge, waren aber, trotz aller Wichtigkeit, in der Beantwortung nicht zielführend. Kernproblem ist und bleibt in absehbarer Zeit die Frage nach der Unterbringung der angekommenen Flüchtlinge.

Entsetzen nach Brandanschlag auf Flüchtling-Unterkünfte

Entsetzen nach Brandanschlag auf Flüchtling-Unterkünfte

Aktuell sind 30 Menschen dieses Personenkreises in der Gemeinde untergebracht, bis Ende Juni muss Münster noch weitere 38 Flüchtlinge aufnehmen. Weiterhin ist nicht davon auszugehen, dass die Anzahl der Asylbewerber in absehbarer Zeit rückläufig sein wird, es werden auch in der zweiten Jahreshälfte Flüchtlinge ankommen. Höchste Priorität hat derzeit also die Bereitstellung von ausreichendem Wohnraum. Gemeindeeigene Unterbringungsmöglichkeiten sind nicht verfügbar, sodass Wege zur Anmietung geeigneter Wohnungen beschritten werden müssen. Erste Schritte sind gemacht. Nach erfolgreichem Abschluss von Verhandlungen und den daraus resultierenden Mietverträgen soll auch zeitnah die Öffentlichkeit informiert werden. Wer vermietbaren Wohnraum hat oder kennt, sollte mit der Gemeindeverwaltung im Rathaus Kontakt aufnehmen, um weitere Einzelheiten abzusprechen oder detailliertere Informationen einzuholen.

Fast 50 Teilnehmer am zweiten Treffen des Arbeitskreises sind als erfreuliches Zeichen für vorhandene Hilfsbereitschaft in der Gemeinde Münster zu werten. Dieser Hilfsbereitschaft gilt es, strukturierte Wege zu bereiten, damit sie auch dort ankommen kann, wo sie benötigt wird.

pp

Quelle: op-online.de

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion