Robert Keller hat sich wieder von seiner kleinen Herde getrennt

Abschied von den Wasserbüffeln

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Vor einem Jahr kam Bruno zur Welt: Seit Frühsommer vergangenen Jahres waren die Tiere in Rodgau daheim. Jetzt hat Keller die Büffel verkauft.

Hainhausen - Die Wasserbüffel sind fort: Rodgauer Bürger hatten sich an die sieben dunklen Paarhufer mit den imposanten Hörnern gewöhnt, die zunächst an der Rodau-Aue standen.

Landwirt Robert Keller hatte die Vierbeiner vor etwas mehr als einem Jahr aus der Rhön in den Kreis Offenbach geholt, weil die sanftmütigen Tiere sein Herz erobert hatten. Viele Bürger hatten die friedlichen Büffel lieb gewonnen und sich an ihrem Anblick erfreut. Doch ihr Besitzer Robert Keller hat sich von den Tieren verabschiedet und sie verkauft. Sie sollen bei Marburg ein neues Zuhause finden. Keller war nach eigenen Angaben der erste Landwirt im Kreis Offenbach, der Wasserbüffel hielt.

Vor etwas mehr als einem Jahr hatte der Bauer die kleine Herde aus der Rhön mitgebracht, die der Grundstock einer eigenen Zucht sein sollte. Eigentlich wollte der Landwirt nur zwei Esel kaufen. Dann aber hatte er die Büffel gesehen – und sich prompt in sie verliebt. Im August vergangenen Jahres kam dann Kalb Bruno zur Welt. Das stammte zwar noch nicht aus eigener Zucht, war aber trotzdem ein Grund zur Freude.

Ans Schlachten wollte Keller nicht denken. Dazu mochte er die Vierbeiner viel zu sehr. Denn die Wasserbüffel demonstrieren Gelassenheit, selbst wenn laut bellende Hunde an ihrer Wiese vorbeikommen. „Die Tiere grunzen eher, als dass sie laute Geräusche machen“, sagte Keller. Wegen der großen Trockenheit war es schwierig geworden, geeigneten Weide- grund zu finden. Schließlich landeten sie in Nieder-Roden. Dieser Standort aber erhöhte für den Landwirt den zeitlichen Aufwand zu sehr, sich um die Wasserbüffel zu kümmern. „Für ein Hobby geht das nicht“, beschloss Keller schweren Herzens.

Wildes Büffel-Rennen in Kambodscha

Im Dezember hatten die Tiere wegen einer abendlichen Exkursion noch für Furore gesorgt: Sie waren ausgebüchst und an der Rodgau-Ring-Straße unterwegs. Die Polizei witzelte damals: Wie im indischen Ganges-Delta könnten sich Autofahrer gefühlt haben, als sie sieben freilaufende Vierbeiner an der Straße sahen. Vorsichtshalber wurden die betroffenen Straßen gesperrt, weil die dunklen Vierbeiner, die im Finstern unterwegs waren, eine Unfallgefahr darstellten. Deswegen kam auch im Radio ein Hinweis, in der Gegend vorsichtig zu fahren. Da auch die S-Bahn in der Nähe rollt, wurden die Lokführer informiert und ein Zug fuhr im Schritttempo heran, während die Wasserbüffel vom Bahndamm ferngehalten wurden. (siw)

Quelle: op-online.de

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