Linden an der Eisenbahnstraße werden zum Problem

Äste wachsen ins Fenster hinein

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Die Linden sind mit den Jahren so groß geworden, dass sie viel zu dicht an den Häusern stehen.

Jügesheim - Bisher waren die Linden entlang der Eisenbahnstraße für Anwohner nur wegen des vielen Drecks, den die Bäume verursachen, ein Ärgernis. Jetzt aber werden die Straßenbäume zu einem echten Problem.

Sie stehen so dicht an den Häusern, dass manche Äste in die Fenster hineinragen. Hausbesitzer Martin Salg aus der Nummer 23 bedauert: „Mein Mieter im ersten Stock kann praktisch kein Fenster zur Straße aufmachen. Außerdem hat er’s sehr dunkel.“ Kritisch ist die Situation weiter Richtung Kapellchen. Auch dort bedrängt das Grün die Häuser stark. Auf Anfrage unserer Zeitung berichtete die städtische Pressesprecherin Sabine Fischer, die Stadt werde wegen dieser Entwicklung einen Baumsachverständigen einschalten. Seit 1994 beauftragt die Stadt das Sachverständigenbüro von Gartenbauingenieur Matthias Zorn aus Usingen mit Baumkontrollen. Zorn soll sich nächste Woche die Linden in der Eisenbahnstraße ansehen.

Taugen Linden als Straßenbäume? Autobesitzer, die darunter parken, ärgern sich regelmäßig über den klebrigen Saft, den vermutlich tausende Läuse in den Bäumen absondern. Vom Autolack ist das kaum herunter zu bekommen. Außerdem erschwert das klebrige Zeug das Gassekehren unnötig.

Das Büro betreut 45 Kommunen in Hessen, darunter außer Rodgau auch Rödermark und Dreieich. Zorn und seine Mitarbeiter nummerieren die Bäume durch und geben ihnen Schulnoten von 1 bis 6. Wer eine 6 bekommt, muss gefällt werden. Auch schon eine 4-5 gilt als kritisch. Der Stadt geht es bei den Baumkontrollen um die Abwehr von Gefahren für Leib und Leben. Für rund 9 000 Bäume in Rodgau hat die Stadt die Verkehrssicherungspflicht. Folglich muss sie für Schäden, die von diesen Bäumen ausgehen, haften. „Wie die Sache in der Eisenbahnstraße ausgeht, ist offen“, wagt Sabine Fischer keine Prognose. Möglicherweise reiche ein Rückschnitt aber nicht aus, um das Problem zu beheben.

bp

Quelle: op-online.de

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