„Aktion Rehkitz“ braucht noch weitere Helfer

Damit Bambi am Leben bleibt

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Sie stochern im Feld, um den Nachwuchs der Rehe zu verjagen: die Helferinnen und Helfer der „Aktion Rehkitz“.

Rodgau - Die „Aktion Rehkitz“ meldet Erfolge. Dank Berichterstattung unserer Zeitung hat sich die Zahl der Teilnehmer auf 26 verdoppelt.

Trotzdem sucht die Gruppe noch Freiwillige, die zu Beginn der Mäh-Saison Rehkitze in den Feldern aufspüren, damit die Tiere nicht unter die Räder kommen. In Zusammenarbeit mit dem Reiterhof Glab (Jügesheim), dem Davidhof (Jügesheim) und dem Birkenhof Kugolowski (Weiskirchen) hat die private Initiative „Aktion Rehkitz“ ihre ehrenamtlichen Einsätze begonnen. Jetzt steigt die Nachfrage durch Jagdpächter und Landwirte. Da in den nächsten Wochen noch viele Wiesen zur Mahd anstehen, werden noch Helfer aus Rodgau und Umgebung gesucht, die sich für etwa zwei Stunden am Abend als Rehkitzretter betätigen wollen. Nähere Informationen können unter der E-Mail-Adresse aktion-rehkitz@gmx.de angefordert werden. Auch Landwirte und Jagdpächter sollten sich dort melden, um die kostenlose Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Da in Wiesen abgelegte Rehkitze in den ersten Lebenswochen selbst bei größter Gefahr nicht weglaufen, sondern sich auf dem Boden kauern, werden sie von Mähmaschinen verletzt oder gar getötet. Dem möchte die „Aktion Rehkitz“ begegnen. Unter der Leitung des Jagdaufsehers Albrecht Will (Hainburg) wurden Wiesen mit Suchketten zu Fuß abgegangen, um Rehkitze zu finden und erforderlichenfalls zu einer anderen Wiese zu tragen. Danach wurden Pferdekoppelstöcke mit Flatterbändern aufgestellt, die vermeiden sollen, dass die Ricke die gefundenen Kitze wieder auf die zu mähende Wiese zurückführt. Andere Gruppen haben dem Jagdpächter Heinz Löw (Jügesheim) geholfen, etwa 2,50 Meter lange Stöcke mit Geräuschelementen auf weiteren Wiesen am Abend vor dem Mähtermin aufzustellen. Damit wird erreicht, dass eventuell auf den Wiesen befindliche Rehkitze von der Ricke rechtzeitig an einen sicheren Ort weggeführt werden.

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Die ehrenamtlichen Tierschützer sind gerne dabei: Dorit Jung aus Jügesheim formuliert es so: „Für mich ist das Leben eines Tieres nicht weniger wertvoll, als das Leben eines Menschen, deshalb ist es für mich selbstverständlich die Rehkitzsuche aktiv zu unterstützen.“ Thomas Köthe aus Nieder-Roden meint: „Ich sehe die abendlichen Suchaktionen als willkommene Ergänzung zu meiner beruflich anspruchsvollen Tätigkeit, nach der eine sportliche Betätigung leider oft zu kurz kommt.“ Michaela Mieth aus Rödermark beschreibt ihr Engagement so: „Beim Joggen sehe ich öfter Rehe und freue mich, einen Beitrag zur Sicherung der ersten Lebenstage dieser Tiere leisten zu können.“ Helmut Czupalla aus Dudenhofen sagt: „Ich bin im Vorruhestand. Als ich von der Aktion Rehkitz in der Zeitung gelesen habe, habe ich mich spontan gemeldet und meine Hilfe angeboten.“

Der Initiator der Aktion, Dr. Karl Giebel, betont das ausgesprochen gute Verhältnis zu den beteiligten Jagdpächtern und Landwirten. Vor und nach den Aktionen finden ausführliche Informationsgespräche statt, bei denen immer wieder die Wertschätzung des Hilfsangebots herausgestellt wurde. Giebel beschreibt: „Wir haben ein größeres Verständnis für die Anliegen der Jagdpächter und Landwirte bekommen, so dass ich sagen kann: Wir arbeiten Hand in Hand zum Wohl der Rehkitze.“ (bp)

Quelle: op-online.de

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