Aktion „Sauberhaftes Rodgau“

Leere Flachmänner ohne Ende

+
Auch Familien mit Kindern versuchten sich als Mülldetektive und packten mit an. Leni Sach (mit Mütze, 5) und Alisa Reichenbach (rechts, 8) waren die jüngsten Müllsammlerinnen.

Rodgau - So sauber war es rings um den Bahnhof Dudenhofen lange nicht mehr. Kein Wunder: 84 Teilnehmer der Aktion „Sauberhaftes Rodgau“ legten am Samstag los, was Greifzange und Hände her gaben. Von Bernhard Pelka

Am Ende hatten sie auf zwei Sammelrouten in Dudenhofen 250 Kilo Müll in fast 30 Säcken gesammelt. Die Kampagne der Stadtwerke dauert vom 12. März bis zum 25. April. Jeder ist willkommen, die Stadt ein bisschen sauberer zu machen. Das merkten die Beteiligten schon während der herzlichen Auftaktveranstaltung. Im Foyer des Bürgerhauses Dudenhofen hießen Stadtwerkechef Dieter Lindauer und Bürgermeister Jürgen Hoffmann die Gäste bei Salzgebäck und Kaffeespezialitäten freundlich willkommen. „Es ist toll, dass wir hier gemeinsam etwas bewegen“, freute sich Hoffmann, der alle Teilnehmer – ob Einzepersonen oder Gruppen und Familien – einzeln vorstellte und dann mit sammelte. Besonders hob er hervor, dass auch Familien mit Kindern, von der Caritas betreute Flüchtlinge und der Gewerbeverein Dudenhofen sowie Parteien- und Vereinsvertreter und der Bauhof mit von der Partie waren.

Auch diesmal hatten sich bis zum Auftakt schon knapp 400 Rodgauer angemeldet, um sich in den kommenden Wochen für die gute Sache zu engagieren. 2015 nahmen an der Aktion 600 Rodgauer teil. „Wir freuen uns über jede Anmeldung“, ermunterte Dieter Lindauer. Am Samstag sammelten die fleißigen Helfer entlang der S-Bahn-Strecke bis zur Brücke der Kreisquerverbindung und zurück. Auch das Bahnhofsumfeld und die Unterführung Mainzer Straße gehörten dazu. Die zweite Route umfasste die Gegend rund ums Bürgerhaus, führte über Ludwig-Erhard-Platz und Bleichstraße bis zur Rodau und entlang der Rodau bis zur Opelstraße. Zuvor hatten sich alle bei der Materialausgabe mit Warnwesten, Säcken, Greifzangen und Handschuhen ausgerüstet. Wegen der Brut- und Setzzeit sensible Bereiche wurden bewusst gemieden.

Spektakuläre Müllfunde wie im vergangenen Jahr blieben diesmal aus. In den Säcken landeten aber wieder Unmengen leerer Flachmänner, Kippen Papier- und Kunststoffabfall, vereinzelt auch Radkappen, Bilderrahmen, ein Fahrradkorb, Altkleider, ein Schirm- und ein Lampenständer. 2015 hatten die Mülldetektive in Nieder-Roden ein Geheimdepot mit Diebesgut entdeckt – und sofort die Polizei eingeschaltet.

Bilder: Elektro-Müllwagen schont Umwelt und Ohren

Sauberkeit ist Wohn- und Lebensqualität. Auch das Sicherheitsempfinden wird davon beeinflusst. Etwas für seine direkte Umgebung zu tun, kann Spaß machen. So lautet die Botschaft der Aktion „Sauberhaftes Rodgau“. Mit Müllzange und Abfallbeutel sind Rodgauer seit vergangenen Samstag unterwegs, um auf den Straßen und Plätzen der Stadt den Müll, Papier und Abfälle einzusammeln. Was gibt es Neues in diesem Jahr? Erstmals haben die Stadtwerke ein Sauberpunkt-Radar auf ihrer Internet-Seite www.sauberhaftes-rodgau.de eingerichtet. Mit diesem Sauberpunkt-Radar informieren sie über aktuelle und anstehende Sammeltermine von „Sauberhaftes Rodgau“. Dort können auch die Sammelgebiete abgerufen werden. Die Internetseite soll den Beteiligten ein Forum geben und informieren. Leere Zigarettenschachteln, die Verpackung eines Schokoriegels oder Kaugummis gehören in die Tonne und nicht auf Bürgersteige oder in eine Parkanlage. Auch der alte Computer oder die ausgediente Tiefkühltruhe haben nichts im Wald oder auf einem Parkplatz zu suchen, sondern sollten auf dem dafür vorgesehenen Sammelhof abgegeben werden. Bürgermeister Hoffmann: „Jeder Einzelne kann seinen Teil zu einem schöneren Rodgau beitragen, wenn er aufmerksam mit der Umwelt und seinem eigenen Lebensumfeld umgeht.“

Das beherzigen immer mehr Aktive. Mitorganisatorin Silke Sach von den Stadtwerken berichtet von einer wachsenden Zahl Rodgauer, die sich das ganze Jahr über – also auch abseits der Aktion „Sauberhaftes Rodgau“ – stark engagieren. Sie beschaffen sich auf dem Recyclinghof Säcke, Handschuhe und Müllzangen und legen los. „Dann teilen sie uns mit, wo die vollen Säcke stehen, und wir holen sie ab.“

Atommüll soll auf vier Bundesländer verteilt werden

Quelle: op-online.de

Kommentare