Besichtigung für Bürger

Alte Schule wird neue Heimat für Flüchtlinge

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Hell und freundlich sind die ehemals kunterbunten Räume der alten Schule geworden. Beim Umbau wurden auch lange bestehende Schäden ausgebessert.

Jügesheim - 50 Flüchtlinge sollen vorübergehend eine neue Heimat in der alten Schule finden. Dafür wurde das Gebäude aus der Zeit zwischen 1870 und 1880 seit Mitte Februar umgebaut und renoviert.

Wo früher Vereine wie die Sänger Lieder schmetterten oder Organisationen wie die Jusos tagten, sollen jetzt vorzugsweise junge und alleinstehende Menschen in ein neues Leben starten können. „Wir wissen aber nicht, wer kommt“, sagte Erster Stadtrat Michael Schüßler (FDP) bei der Vorstellung des umgestalteten Gebäudes gestern. Insgesamt 491 Quadratmeter Fläche stehen in dem spätklassizistischen Kulturdenkmal zur Verfügung, das auch unter Beteiligung hiesiger Baufirmen umgestaltet wurde. Das Dachgeschoss ist ausgenommen und soll für die Bewohner nicht zugänglich sein. Die Kosten belaufen sich derzeit auf etwa 80.000 Euro.

Die großen Räume der ehemaligen Schule wurden mit Trockenbauwänden unterteilt, um kleinere Zimmer schaffen zu können. Die Rigips-Wände wurden verspachtelt, geschliffen und weiß gestrichen. Außerdem sind neue Elektroleitungen verlegt und Sanitäranlagen eingebaut worden.

In zirka 30 Quadratmeter großen Räumen sollen jeweils sechs Personen leben und schlafen – in Stockbetten. Im Erdgeschoss sind drei dieser Unterkünfte entstanden plus Toiletten und Duschräumen getrennt für Frauen und Männer. Im Obergeschoss befinden sich fünf Zimmer sowie zwei Küchen mit Kühlschrank und Herd und ein Gemeinschaftsraum. Auch Waschmaschinen und Trockner werden noch angeschafft – schließlich müssen sich die Flüchtlinge um alle Belange des Alltags selbst kümmern. Darüber hinaus wurde ein kleines Betreuerbüro eingerichtet, in dem auch mal ein Gespräch unter vier Augen möglich ist.

Fenster und Heizung mussten nicht erneuert werden, auch der an manchen Stellen sichtbar ramponierte graue PVC-Boden wird nicht ersetzt. Mit geringem finanziellem Aufwand möglichst viel erreichen: Dieses Motto steht über der gesamten Umgestaltung. „Wir haben die Böden geprüft, die bleiben drin“, sagt Bauleiter Steffen Schwede. Der Umbau sei auch genutzt worden, um bereits lange bestehende Schäden am und im Haus zu beseitigen, erläuterte der städtische Mitarbeiter.

Jetzt soll noch eine kleine Fläche hinter dem Haus unter der Hinzunahme von zwei Autostellplätzen umgestaltet werden, um eine Art Freisitz für den Sommer zu schaffen.

„Eine Bestandsimmobilie zu nutzen, ist wirtschaftlicher als neu zu bauen“, begründete Schüßler die Entscheidung, das Haus im Zentrum Jügesheims als Wohnraum für Flüchtlinge zu nutzen. Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) findet es darüber hinaus von Vorteil, dass das Gebäude „mittendrin“ ist. Erwartet werden die ersten der neuen Bewohner in der alten Schule Jügesheim für den 17. Mai. Doch zuvor steht das Haus am Samstag, 14. Mai, ab 14 Uhr der Bevölkerung für eine Besichtigung offen. In der Ludwigstraße 37 sollen sich Bürger auch über die aktuellen Entwicklungen in der Flüchtlingsarbeit informieren können. (siw)

Quelle: op-online.de

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