Umzug wird zum Hingucker

Auftakt der 800-Jahrfeier: Weiskirchen auf den Beinen

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Ein Hingucker beim Umzug war die Delegation des Heimat- und Geschichtsvereins in nachgeschneiderten Kurmainzer Trachten. In der Mitte: der tapfere Träger des Bänderbaums Wilhelm Winter.

Weiskirchen - 800 Jahre alt und trotzdem jugendlich frisch - so präsentierte sich Weiskirchen beim Zwei-Tage-Fest rund um die 800-Jahrfeier. Schon beim Umzug zum Festbeginn war fast der ganze Stadtteil auf den Beinen. Von Bernhard Pelka 

Am Straßenrand klatschte das Publikum vor geschmückten Häusern den Aktiven der Gemeinschaft der Ortsvereine und des Heimat- und Geschichtsvereins zu. Später füllten gut 1500 Menschen den Festplatz an der Kirche. Die tierischen Stars des Umzugs vom Bürgerhaus bis zum Festplatz sind Saturn, Nevis, Batzi und Sepp. Die imposanten Kaltblüter der Fuhrhalterei Bauer aus Klein-Auheim bilden den Brauereizug der Seligenstädter Glaabsbräu. Firmenchef Robert Glaab lässt es sich nicht nehmen, das massige Gespann persönlich zu begleiten und am Wagen frisch gezapftes Pils an die Besucher zu verteilen. Gespannführer Holger Bauer und seine Beifahrer Falk Kirchner und Jürgen Schmidt steuern das Fuhrwerk sicher durch die Straßen, während Carina Bauer den Weg zu Fuß absichert.

Winken, zurufen, klatschen, zuprosten, Fähnchen schwenken, mit dem Handy filmen: die Zuschauer freuen sich über das Spektakel, auch wenn der Zug recht kurz ist: vorneweg der Musikverein, dirigiert von Dietmar Schrod, dann die in nachgeschneiderte Kurmainzer Trachten gekleidete Delegation des Heimat- und Geschichtsvereins, das Pferdegespann, der Festausschuss sowie Vertreter der Gemeinschaft der Ortsvereine (GOW), und hintendrein knattern die herrlich restaurierten Bautz-Traktoren der Familie Harald, Paul und Jennifer Bayer. An manchen Ecken ist die Zuschauerzahl eher übersichtlich, an anderen gibt’s Gedränge. Manchmal mischen sich Helau-Rufe von Spaßvögeln in die Geräuschkulisse. Es geht locker und fröhlich zu. Dazu passt die Picknickatmosphäre vor einigen Häusern. Dort macht es sich das Publikum beim Zuggucken auf Gartenmöbeln bequem.

800 Jahre Weiskirchen: Bilder vom Festumzug

Den angenehmsten Platz hat freilich der kleine Marko Grimm (2). Er wird im Tross im Bollerwagen mitgezogen. Vom Kleinkind bis zum Senior: der Zug verbindet die Generationen. Marko ist der jüngste Teilnehmer, während Wilhelm Winter vom Heimat- und Geschichtsverein als tapferer Träger des farbenfrohen Bänderbaums schon im Opa-Alter ist.

Besonders gut gefüllt ist der Festplatz auf der gesperrten Hauptstraße an der Kirche. Auf der Bühne eröffnen Festpräsident und Bürgermeister Jürgen Hoffmann, die Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger und der Vorsitzende des Heimatvereins Helmut Trageser die große Sause offiziell. Dabei kann Hoffmann eine fette Spende überreichen: zusammen 6 000 Euro von der Maingau Energie, den Stadtwerken und der Sparkasse Langen-Seligenstadt. Die Eröffnung gelingt nur mit kurzer Verzögerung, denn zunächst steht allen Ernstes kein Bierfass für den Anstich bereit. Die kleine Panne schunkeln die gut gelaunten Honoratioren rund um GOW-Chef Herbert Paul auf der Bühne aber lässig weg, während der Musikverein ganz passend und mit Augenzwinkern intoniert: „Es gibt kein Bier auf Hawaii.“

Die Musik spielt dann auch zum Schluss des gelungenen Festauftakts noch einmal die erste Geige. Freudestrahlend kündigt der Vorsitzende des Musikvereins, Herbert Massoth, die eigens fürs Fest von Christian Massoth komponierte Weiskircher Hymne an – am Mikrofon von Solistin Katharina Germann treffsicher vorgetragen. Der Refrain spricht vielen Gästen in der Menge aus dem Herzen: „Waskersche, du wunderschöner Fleck. Waskersche, von dir geh ich nie weg.“

Quelle: op-online.de

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