Besichtigung der Flüchtlingsunterkunft

Eigenes Zimmer hinter gelber Tür

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Die Erstausstattung der Unterkunft ist dürftig: Das Flüchtlingsnetzwerk hilft deswegen schnell bei der Beschaffung von Möbeln und Gebrauchsgegenständen. 

Nieder-Roden - Dichte Menschentrauben vor dem Eingang und kaum ein Durchkommen innen: In kleinen Grüppchen schieben sich die Neugierigen durch die Räume, begutachten, öffnen Schränke und Türen, prüfen Matratzen und schauen in die Geschirrpäckchen, die zur Erstausstattung gehören. Von Simone Weil 

Eine Stunde lang kann die bezugsfertige Asylbewerberunterkunft an der Borsigstraße in Nieder-Roden besichtigt werden, bevor die ersten Bewohner einziehen. Der Kreis hat eingeladen und viele Gäste sind gefolgt. Überwiegend sind es Lokalpolitiker, Mitglieder des Flüchtlingsnetzwerkes und Multiplikatoren, die beruflich oder ehrenamtlich mit den Neuankömmlingen zu tun haben werden.80 Personen sollen in dem sonnengelben, dreigeschossigen Gebäude aus 33 Modulen ein Zuhause auf Zeit finden. Etwa 2,4 Millionen Euro investiert der Kreis Offenbach in die Gemeinschaftsunterkunft. Das Mobiliar stammt aus dem geschlossenen Kreisjugendheim Affhöllerbach.

Die Ausstattung ist spartanisch: Betten, Schränke, eine Ablage, mal ein Kühlschrank. Die Zimmer sind 16 Quadratmeter groß und werden mit zwei Personen belegt. Das ist wirklich nicht viel Platz: von einem Bett zum anderen sind es nur zwei, drei Schritte. Es gibt insgesamt 30 Doppel- und fünf Familienzimmer, die aus zwei durch eine Tür verbundenen Räumen bestehen. Hinzu kommen von allen genutzte Dusch- und Toilettenräume sowie Küchen. Außerdem steht ein Gemeinschaftsraum für Veranstaltungen, Schulungen oder Gesellschaftsspiele zur Verfügung und auch die Sozialarbeiter des Caritasverbands werden an der Borsigstraße ein Büro haben, um mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Heim wird ab 4. Mai bezogen

Die künftigen Bewohner werden am Montag, 4. Mai, erwartet. Damit sich die Asylbewerber in ihrer neuen Bleibe schnell zurechtfinden, sind die Küchentüren rot, die Sanitärräume blau und die Bewohnerzimmer mit gelben Türen versehen, um ihnen den Weg zu weisen. Theo Fecher ist einer der vielen Besucher, die sich einen Eindruck von den Räumlichkeiten verschaffen wollen. „Das ist eine gute Sache hier“, findet der Ehrenamtler, der sich beim Flüchtlingsnetzwerk engagiert. „Wir haben in Rodgau ein funktionierendes System“, sagt Karl-Heinz Dauth nicht ohne Stolz. Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler ist zuversichtlich, dass das Zusammenleben von Flüchtlingen und alteingesessener Bevölkerung funktionieren wird.

Besucherin Petra Seyffarth nutzt die Möglichkeit, sich umzuschauen: „Ich bin aus reinem Interesse da, um mal zu gucken.“ Ihr erwachsener Sohn Hauke hat sogar einen kleinen Willkommensgruß für die Neuankömmlinge dabei: Brot, Salz und Schokoladentaler. Auch Lothar Mark freut sich über das große Interesse seiner Mitbürger: „Die, die hier sind, demonstrieren nicht mit Plakaten draußen auf der Straße gegen Asylbewerber“, findet er. Um auch den Nachwuchs für das Schicksal der Millionen zu sensibilisieren, die auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung, Hunger und Armut sind, lenkt Diethelm Lameck in der bevorstehenden Projektwoche der Georg-Büchner-Schule den Blick auf die Betroffenen. Unter dem Motto „SOS -Asyl?!“ will der Pädagoge dazu anregen, sich Gedanken zu machen, was das für die Flüchtlinge bedeutet und für uns.

Viel Kritik an EU-Beschlüssen zur Flüchtlingshilfe

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Quelle: op-online.de

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