Bildungsmesse in Nieder-Roden

Auszubildende als beste Werbung

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Für manche der jungen Besucher war es eine erste Kontaktaufnahme mit dem Thema Berufswahl.

Nieder-Roden - Einblick ins Automateninnere, hydraulische Komponenten in Gang setzen oder in Erfahrung bringen, was beim Vorstellungsgespräch demnächst besser im Schrank bleibt: Viele praktische Tipps für die Berufswahl lieferte die 19. Rodgauer Bildungsmesse mit 128 Ausstellern. Von Simone Weil

 Vor allem waren die Informationen über mögliche Ausbildungswege aus erster Hand. Denn die meisten Unternehmen ließen ihre eigenen Auszubildenden sprechen, die sie auf der Messe an der Heinrich-Böll-Schule repräsentierten. Gleichzeitig fiel es den Schülern, die von 58 Einrichtungen entsandt worden waren, sicher leichter, eben diese jungen Leute anzusprechen und sie nach ihren ganz persönlichen Erfahrungen im jeweiligen Beruf zu fragen. Um die Kontaktaufnahme noch einfacher zu gestalten, hatten sich viele potenzielle Arbeitgeber etwas einfallen lassen: ein Spiel oder eine kleine Demonstration, um manchen Lehrberuf anschaulicher vorstellen zu können.

In kleinen Gruppen waren die meisten Jugendlichen unterwegs, um sich für ihre Berufswahl schlau zu machen. Nicht wenige der Schüler wurden von Vater oder Mutter begleitet. Beim Rundgang durch die Heinrich-Böll-Schule, das Außengelände, das Handwerkerzelt und die angrenzende Sporthalle wurden gemeinsam Gespräche geführt, Broschüren eingesteckt und Vorträge besucht – ein wirklicher Vorteil des Samstagtermins. Auch Tomislav Stimac begleitete seinen 16-jährigen Sohn Benjamin, der sich für eine Ausbildung in der Metallverarbeitung interessiert. Es gehe ihm um die Zukunft seines Kindes, die liege ihm selbstverständlich am Herzen, sagte der Vater. „Ich will mich aber auch selbst informieren, weil sich inzwischen so viel verändert hat bei den Berufsbildern“, erzählte er.

Am frühen Morgen bereits hatte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) bei der offiziellen Eröffnung der Rodgauer Bildungsmesse mit Vertretern der Stadt sowie allerlei Politprominenz und Gästen aus Wirtschaft und Verbänden, das große Informationsangebot der Messe gelobt. In einer prosperierenden Region eröffne das Lebenschancen und -perspektiven. „Die Rahmenbedingungen in Hessen sind gut“, sagte der Politiker, der um Nachsicht bat, weil er als Polizeiminister in seinem Grußwort einen „Werbeblock“ für die Ausbildung zum Ordnungshüter untergebracht hatte. An machen Stellen war in der Sporthalle und im Erdgeschoss der Schule ab 11 Uhr fast kein Durchkommen – so viele Gäste nutzten das kostenfreie Informationsangebot.

Bildungsmesse 2015 in Nieder-Roden

Bildungsmesse in Rodgau

Und wer eine kleine Pause nötig hatte, konnte in der Cafeteria neue Kräfte sammeln, um sich dann wieder ins Getümmel zu stürzen. Auszeiten zum Entspannen waren am Tischkicker vor dem Schuleingang möglich oder beim Bildhauer-Workshop des Künstlers Gerd Steinle. Er ist der Meinung, dass Kreativität in jedem Beruf gefragt ist. Einblicke in die Laborarbeit im Ausstellungsfahrzeug Bio-Technikum, die Kletterwand erklimmen oder sich selbst am Feuerlöscher ausprobieren: Bunt und abwechslungsreich war das Angebot, das den Jugendlichen helfen soll, die eigenen Interessen, Fähigkeiten und Chancen genauer auszuloten. Die Stadtbücherei gab einen kleinen Prospekt an die Hand, in dem wichtige Literatur rund um die Berufswahl zusammengestellt ist. Die Handwerkskammer Rhein-Main dagegen machte Werbung für ihren „Lehrstellen-Radar“ per App fürs Smartphone.

Quelle: op-online.de

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