Anlage kann sich wieder sehen lassen

Brunnen plätschert wieder

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Franz Schmitz (links) und Ewald Simon freuen sich, dass der Ortsbrunnen wieder etwas hermacht. Wenn nur die Raucher dort nicht achtlos ihre Zigarettenkippen wegwerfen würden.  

Hainhausen - Der in die Jahre gekommene Ortsbrunnen erstrahlt in neuem Glanz: Das Dach wurde frisch versiegelt, Strom und Pumpe wurden erneuert und die Schnitzereien aufgearbeitet.

1976 ist die Anlage eingeweiht worden, für die sich Franz Schmitz damals stark gemacht hat. Von ihm stammen die Schnitzereien. Tagsüber plätschert das Wasser und nachts wird der hölzerne Ortsbrunnen beleuchtet: Mit den Ruhebänken bildet die kleine Anlage eine harmonische Einheit. Der Brunnen an der Ecke Zum Wingertsgrund und Johann-Strauß-Straße wurde wieder ordentlich aufgehübscht. Zwischenzeitlich war das gute Stück nicht mehr funktionstüchtig. Im Winter wurde das Objekt von Jugendlichen restauriert, die beim Projekt Rodgau 16 plus beschäftigt sind (wir berichteten). Auch Elektrik und Umwälzanlage sind überarbeitet worden. Darüber hinaus ist das Gestrüpp zurückgeschnitten, so dass der Brunnen dort besser zur Geltung kommt.

Ewald Simon, der frühere Ortsvorsteher von Hainhausen, hat sich der Anlage angenommen und sich für ihre Erneuerung eingesetzt. Die weitere Betreuung wird der Geschichts- und Kulturverein Hainhausen übernehmen. „1976 bei der Einweihung flossen erst einmal 30 Liter Wein in den Trog“, erinnert sich Franz Schmitz, der die Schnitzarbeiten ausgeführt hat. Der Bottich besteht aus einem einzigen Stück Holz. „Der Stamm kam damals aus dem Teutoburger Wald“, weiß der 84-Jährige, der seit 1951 in Hainhausen lebt.

Weil auch der Trog irgendwann erneuert werden muss, hat Simon bereits Kontakt zum Revierförster aufgenommen. Denn so ein besonders schönes Stück Holz findet sich nicht alle Tage. Schmitz ist gelernter Schuhmacher und hatte das Schnitzen als Hobby für sich entdeckt. Deswegen entstanden die hölzernen Bilder über dem Wasserspender. Die vordere Tafel zeigt: Kirche, Stadtwappen und früheres Feuerwehrhaus. Die Rückseite: ein Bauer mit Pflug. Die Holzverarbeitung war in seiner westfälischen Heimatstadt Steinheim weit verbreitet, schließlich galt der Ort als Möbelstadt. Wie es der Zufall will, stammt auch Ewald Simon aus Steinheim. Schmitz und er kennen sich von dort – so haben zwei Westfalen den Hainhäusern wieder zu ihrem Ortsbrunnen verholfen. (siw)

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Quelle: op-online.de

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