Städtische Bibliothek so gefragt wie nie zuvor

Buch, Bücher, Bücherei

+
Im Aufwind: Büchereileiterin Nina Streib (im Vordergrund) und Mitarbeiterin Brigitte Helfrich sehen ihr Engagement bestätigt.

Rodgau - Steigende Ausleihzahlen, mehr Leser und ein größerer Bestand: Die Bücherei Rodgau mit ihren städtischen Einrichtungen am Puiseauxplatz 3 in Nieder-Roden und in der Ludwigstraße 58-60 in Jügesheim hat fürs Jahr 2014 eine positive Bilanz gezogen.

Allen moderneren Medien zum Trotz: Gelesen wird immer noch. Zwar zählen auch Hörbücher und die hessenweite elektronische „Onleihe“ zum Angebot der städtischen Bibliotheken und doch werden noch jede Menge dicker Schmöker nach Hause geschleppt. Viele Leserinnen und Leser wollen selbst blättern und ein richtiges Buch in ihren Händen halten. 560 Neuanmeldungen oder zehn Prozent mehr Leser konnte die Bücherei im Jahr 2014 verzeichnen. Für manche ist die Nutzung der elektronischen „Onleihe“ durchaus ein Anreiz, sich anzumelden. Der überwiegende Teil der Bibliothekskundschaft ist nach wie vor weiblich: 1435 Leserinnen stehen 435 männlichen Bücherfreunden gegenüber. Allerdings nutzen Männer häufig den Leseausweis ihrer Gattin. Hinzu kommen Schulen, Kitas, Senioreneinrichtungen, so dass die Zahl der Nutzer insgesamt bei 1945 liegt.

Stetig wachsende Ausleizahlen wurden in den beiden städtischen Büchereien in Jügesheim und Nieder-Roden registriert: Waren es im Jahr 2013 insgesamt 81.676 Medien (neben Büchern zum Beispiel auch DVDs, Spiele und Hörbücher) die ausgeliehen wurden, so waren es im vergangenen Jahr bereits 88.740 Ausleihen. Das ist eine Steigerung um 8,6 Prozent. Wer die Zahlen seit dem Jahr 2011 mit 52.150 Entleihungen bis heute betrachtet, sieht noch deutlicher, wohin der Trend geht: Die Nachfrage ist um 70 Prozent gestiegen. Was am meisten begehrt ist, sind Romane sowie Kinder- und Jugendliteratur.

Leicht gestiegen ist der Bestand: Aktuell sind knapp 28.000 Medien zu verzeichnen: Der überwiegende Teil besteht aus Gedrucktem, also 22 800 Bücher und Zeitschriften. Im Jahr 2013 waren es insgesamt 25 500 Medien. Vor allem liegt das am Zuwachs der „Non-Book-Medien“ wie DVDs, Spiele und Hörbücher. Dieser Teil des Angebots ist im vergangenen Jahr um knapp 1 000 auf 3 500 gewachsen. Außerdem gab es wegen des Umzugs der Jügesheimer Bücherei eine gründliche Sichtung des Bestands: So wurden 2014 weniger Bücher aussortiert als neu angeschafft.

Die deutschen Literatur-Nobelpreisträger

Insgesamt wurden 3600 Medien gekauft oder gespendet. 1 350 Bücher wurden aussortiert und der Allgemeinheit in den offenen Bücherschränken in den Stadtteilen am Puiseauxplatz und am Badesee in Nieder-Roden sowie in Jügesheim und im offenen Bücherregal im Christian-Zang-Haus in Weiskirchen zugänglich gemacht. Während die Nachfrage nach Romanen und anderer Literatur leicht zurückgegangen ist, sind die Ausleihen der Sachbücher gestiegen. Waren es im Jahr 2013 etwa 6000 Bücher, so stieg die Zahl um 20 Prozent im vergangenen Jahr auf 7212.

Das liegt zum einen an den immer reizvolleren Bänden selbst sowie an der attraktiveren Vermarktung der Werke: So konnte in der ehemaligen Hausmeisterwohnung in Nieder-Roden eine eigene kleine Abteilung für die Bücher mit Hintergrund- oder Spezialwissen eingerichtet werden. Darüber hinaus geben sich die Mitarbeiter Mühe, jahreszeitlich passende Themenausstellungen zu organisieren und die Sachbücher ins rechte Licht zu rücken. Das kommt gut an. Während die Nachfrage nach Zeitschriften leicht zurückging, stieg sie bei Hörbüchern und CDs um fast ein Drittel von 6500 (2013) auf 8600 (2014). Mit neuer Software, Plänen für Veranstaltungen und den richtigen Ideen, um auch den Flüchtlingen adäquate Angebote machen zu können, sehen sich alle Beteiligten auch für die Zukunft gerüstet. (siw)

Quelle: op-online.de

Kommentare