Ausreißer wieder eingefangen

Büffelherde in Hainhausen ausgebrochen

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Sieben entlaufene Tiere gefährden den Straßenverkehr. Polizei sperrtdie Straßen ab.

Hainhausen - Wie im indischen Ganges-Delta könnten sich Autofahrer gefühlt haben, die am Sonntagabend an der Rodgau-Ring-Straße in Hainhausen unterwegs waren, meint Ingbert Zacharias von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Südosthessen. Von Simone Weil

Denn Verkehrsteilnehmer staunten nicht schlecht, als sie gegen 22 Uhr sieben freilaufende Vierbeiner an der Straße sahen. Deswegen informierten sie vorsichtshalber die Polizei. Weil die Ordnungshüter Erfahrung haben mit ausgebüchsten Tieren und außerdem viele Kollegen vom Land kommen, wie Zacharias sagte, war es für sie nichts Besonderes, dem lammfrommen Vieh gegenüber zu treten. Vorsichtshalber wurden durch mehrere Streifen die betroffenen Straßen gesperrt, weil die dunklen Vierbeiner, die im Finstern unterwegs waren, eine Unfallgefahr darstellten. Deswegen kam auch im Radio ein entsprechender Hinweis, in der Gegend unbedingt vorsichtig zu fahren. Da auch die S-Bahn in der Nähe rollt, wurden die Lokführer informiert und ein Zug rollte im Schritttempo heran, während die Wasserbüffel vom Bahndamm ferngehalten wurden.

Zwischenzeitlich war auch Robert Keller, der Besitzer der Tiere, benachrichtigt worden. Auch seine Tochter war mit von der Partie, um die friedlichen Tiere wieder heim zu bringen: Sie fuhr mit dem Auto vorneweg, die Büffel trabten hinterher. Gegen 23 Uhr sei die Aktion beendet gewesen, sagt er. Am nächsten Tag lachte Keller: „Die haben eine Exkursion gemacht.“ Seinen Wasserbüffeln ist gottseidank nichts passiert, als sie durch Rodgau trotteten und auch kein anderer Verkehrsteilnehmer hat wegen des tierischen Ausflugs Schaden genommen.

Büffel für die Landschaftspflege

Wie es dazu kommen konnte, dass die Büffel ihre Weide verlassen haben, kann sich der Landwirt nicht erklären. Es seien einige Pfähle umgelegt gewesen, hat Keller festgestellt. Doch Strom sei noch drauf gewesen auf dem Zaun – davor haben die Büffel eigentlich Respekt. Die Paarhufer mit dem schwarzen Fell sind seit Frühsommer in Rodgau zuhause. Auf einem Bauernhof in der Rhön hatte Robert Keller die Büffel erstmals gesehen – und sich in sie verliebt.

In Asien pflügen sie Reisfelder oder tragen schwere Lasten. Keller setzt seine Wasserbüffel zur Landschaftspflege ein. Sie weiden auf den Wiesen in der Rodau-Aue. Die kleine Herde soll der Grundstock einer eigenen Zucht sein. Neben trächtigen Kühen und einem Muttertier mit Kalb hat der Landwirtauch einen Jungbullen erworben, der voraussichtlich im Herbst geschlechtsreif sein wird. Im Juni kam ein erstes Kälbchen zur Welt. Ob es im Hofladen eines Tages Büffelmilch oder Büffelfleisch geben wird, ist noch Zukunftsmusik: „Am Anfang werden wir alle weiblichen Tiere behalten“, kündigt Keller an. Nach rein wirtschaftlichen Überlegungen wäre der jetzige Jungbulle in zwei, drei Jahren der erste Kandidat für den Metzger. Aber ans Schlachten will Keller vorerst nicht denken.

Wildes Büffel-Rennen in Kambodscha

Wildes Büffel-Rennen in Kambodscha

Quelle: op-online.de

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