Ideen der Rodgauer sind gefragt

Baugebiet Rodgau-West: Wünsche bis zum Fest äußern

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Äcker und Wiesen westlich der S-Bahntrasse zwischen Jügesheim und Hainhausen sollen sich in den nächsten 20 Jahren in ein neues Wohngebiet verwandeln. Doch wie soll der Stadtteil einmal aussehen? Noch bis Weihnachten sind Bürgermeinungen gefragt.

Rodgau - Wer soll da wohnen? Warum brauchen wir überhaupt so viel Zuzug? Wird es im neuen Wohngebiet einen Bäcker und einen Metzger geben? Wie sieht es mit der Ärzteversorgung aus? Viele Fragen hatten die anfänglich etwa 200 Bürger, die der Einladung zur Informationsveranstaltung zum Baugebiet Rodgau-West ins Bürgerhaus Dudenhofen gefolgt waren.

Gemeinsam mit der Hessischen Landgesellschaft (HLG) entwickelt die Stadt das größte Baugebiet im Norden der Kommune (wir berichteten). Wünsche, Ideen und Vorschläge der Bürger sind bei der Gestaltung des neuen Quartiers westlich der S-Bahntrasse zwischen Jügesheim und Hainhausen gefragt, das in einem Zeitraum von etwa 20 Jahren in drei bis fünf Abschnitten entstehen soll. Die Stadtverwaltung beteiligt Bürger erstmals in diesem Umfang an der Planung.

Ihre Anregungen sollen zunächst in den städtebaulichen Wettbewerb einfließen, den die Stadt im kommenden Jahr ausloben will. Angestrebt ist, dass 15 Architekturbüros anonym ihre Visionen für das neue Quartier präsentieren. Dabei geht es den Organisatoren zunächst um die Ideen, nicht um die Umsetzung. Das heißt: Der Siegervorschlag muss nicht zwangsläufig verwirklicht und gebaut werden.

Doch erst einmal sind die Bürger dran. Hartmut Welters vom Architekturbüro Post und Welters aus Dortmund, das auf Wettbewerbsmanagement spezialisiert ist, moderierte die Veranstaltung im Bürgerhaus. Er skizzierte das Vorhaben (‘ siehe Kasten) und beantwortete Fragen aus dem Publikum: Die bislang landwirtschaftlich genutzte Fläche soll „kleinteilig gegliedert“ und nicht mit Hochäusern bebaut werden – wie etwa die CDU befürchtet hatte. Für den ersten Bebauungsplan kalkulieren die Experten zwei Jahre Vorlauf, erste Häuser könnten in vier bis fünf Jahren stehen.

Erste Gutachten hätten ergeben, dass das erwartete zusätzliche Verkehraufkommen zu bewältigen sei, wenn es je eine Zufahrt an der Rodgau-Ringstraße und der Südtrasse gebe, erläuterte Welters. Empfohlen werde, die Anbindung Rodgau-Ringstraße mit der Zufahrt „Sandhof“ zusammenzulegen und eventuell das Jügesheimer Ortszentrum über den Alten Weg anzubinden.

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Vorgesehen ist, dass die HLG die Entwicklung des riesigen Baugebiets in die Hände nimmt. Seit 2010 kauft die staatliche Treuhandstelle in Rodgau Grundstücke auf, entwickelt daraus Baugebiete und verkauft dann fertige Bauplätze. Um die Ansiedlung für junge Familien attraktiv zu machen und Grundstücksspekulationen vorzubeugen, hat das Stadtparlament die Preise auf 65 Euro pro Quadratmeter festgelegt. Im Fall von Rodgau-West seien bereits zwölf Hektar im Besitz der HLG, beantwortete Bereichsleiter Holger Ullrich eine Bürgerfrage. Sollten die Grundstücke nach 20 Jahren noch nicht vermarktet sein, muss sie die Stadt selbst zurückkaufen. Die HLG hat alle Eigentümer angeschrieben und erste Gespräche geführt.

In Kleingruppen beschäftigten sich die Bürger mit der Bedeutung des Plangebiets für die Gesamtstadt, mit öffentlichen Flächen und Freiräume und der Bebauung. Sie wünschten sich etwa die Idee des sozialen Miteinanders in einer „überschaubaren“ Bauweise in einer „grünen Stadt“ berücksichtigt. Darüber hinaus ist gewünscht, dass weniger am alten Orts- und Stadtteildenken festgehalten werde. Es solle „Freiräume für alle“ mit viel Qualität geben, außerdem solle das Motto „lieber Rad als Auto“ erkennbar werden. Weitere Positionen von Bürgern zum neuen Stadtteil sind gefragt. Noch bis Weihnachten können sie ihre Wünsche über die Homepage der Stadt äußern. (siw)

Quelle: op-online.de

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