Verspätungen der S-Bahn bringen den Fahrplan durcheinander

Ärger in Rodgau: Bus fährt den Fahrgästen davon

Rodgau - Es ist ärgerlich, wenn einem der Bus vor der Nase wegfährt. Erst recht, wenn es wie in diesen Tagen so heiß ist und der nächste Bus immerhin 30 Minuten auf sich warten lässt. Von Simone Weil

Deswegen hat Karl Heinz Schütz sich auch wegen der Stadtbuslinie 42 an unsere Zeitung gewandt. Er meint: „Eine innerstädtische Buslinie ist, wenn sie funktioniert, eine wunderbare Sache.“ Doch gerade gut Gedachtes werde oft schlecht ausgeführt. Bei der schlechten Ausführung sei die Linie 42 insbesondere beim Rücktransport vom Bahnhof Weiskirchen in die Wohnquartiere absolut Spitzenreiter. Er hat oft beobachtet, dass die S-Bahn einfährt und der Bus, der die Kunden eigentlich nach Weiskirchen-Ost bringen sollte, fährt bereits ab. „Kundenfreundlichkeit sieht anders aus“, findet Schütz. Rodgauer Bürger würden diesen Bus doch unter Einsatz erheblicher Steuergelder bezahlen, argumentiert der Rentner. „Da mir und vielen anderen Fahrgästen auch dies am Weiskircher Bahnhof nicht zum ersten Mal passiert, ist es an der Zeit, dass sowohl die Stadt Rodgau als auch das Busunternehmen ein mehr als ernstes Gespräch führen“, schreibt Schütz.

Die Stadtwerke, die für den Nahverkehr in Rodgau zuständig sind, kennen das Problem. Am Bahnhof Weiskirchen sei die Bushaltestelle leider so platziert, dass der Fahrer des Stadtbusses OF-42 die einfahrende S-Bahn erst recht spät sehen könne. Deswegen verlasse er sich auf die sogenannte dynamische Fahrgastanzeige. Werde auf der keine Verspätung angezeigt (liegt in der Hand der Bahn), fahre der Bus eben planmäßig ab.

London: Bus mit vielen Talenten

Falls eine Verspätung angezeigt werde, warte der Fahrer höchstens drei Minuten. Der Stadtbus sei auf planmäßig fahrende S-Bahnen abgestimmt. Da es seit Monaten vermehrt zu Verspätungen auf der S1 komme, komme es auch auf den Stadtbuslinien vermehrt zu Beschwerden. Den Stadtbus an die Verspätungen der S-Bahn anzupassen, sei leider nicht möglich, da die Linie 42 nicht nur einen Bahnhofe andiene. Wie Stadtsprecherin Sabine Fischer erläutert, ist das derzeitig existierende Stadtbus-Konzept im Dezember 2011 bis Dezember 2019 an die Firma Südhessen-Bus GmbH vergeben worden. Natürlich habe sie Verständnis dafür, dass die Nutzer wegen der Verspätungen verärgert seien. „Doch es ist ganz schwierig für uns, darauf zu reagieren“, sagte Fischer. Das Problem sei erkannt. Über Alternativen könne allerdings erst Ende 2019 nach Ende der Vereinbarung gedacht werden.

Quelle: op-online.de

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