61-Jähriger übt auf Parkbänken und Mauern

City Trial: Mit dem Rad über Stock und Stein

Rodgau - Armin Röhnke kennen die Rodgauer zum Beispiel vom Tag der offenen Tür der Feuerwehr. Dabei codiert das ADFC-Mitglied Fahrradrahmen. Jetzt möchte der Radexperte in Rodgau einen ungewöhnlichen Sport etablieren: City Trial.

Solche Übungen sind für Armin Röhnke kein Problem. Für Trialfahrten nutzt er ein Spezialfahrrad, das keinen Sattel hat. Was diesen Sport bestimmt nicht einfacher macht.

Hierbei geht’s auf zwei Rädern über Stock und Stein in der freien Natur, aber auch über Hindernisse mitten in der Stadt. Röhnke steht mit seinem Wettkampfrad auf der Mauer vorm Standesamt in Dudenhofen. Er neigt seinen Oberkörper nach von, entlastet dadurch das Hinterrad, stellt es auf – und hüpft mit einem großen Satz vom Mäuerchen auf den Boden. Solche Übungen gehören zum Pensum des 61-Jährigen, sobald er für Wettkämpfe trainiert. Auch die Treppen am S-Bahnhof in Dudenhofen sind für ihn ein willkommenes Terrain. Oder Parkbänke. Darauf balanciert der Radsportler mühelos. Das bringt ihm nicht nur Bewunderung ein, sondern zuweilen sogar leichten Ärger. „Kindern verzeiht man schon mal eher, dass sie mit ihren Rädern so was machen, aber einem Mann in meinem Alter...“

Röhnke würde ja zu gerne in seiner Heimatgemeinde auf geeignetes Gelände ausweichen. „Hier gibt’s aber nichts Passendes.“ Ideal wäre der Natur-Sportpark der Sportvereinigung Weiskirchen. Aber Versicherungsgründe und die Schwierigkeit, dort geeignete Hindernisse (Baumstämme, große Kanalröhren...) aufzubauen, machte diese Idee bisher zunichte. Deshalb trainiert Röhnke meist auf dem abgelegenen Gelände des Motorsportclubs Klein-Krotzenburg. „Aber es wäre toll, wenn sich in Rodgau weitere Trialfahrer fänden und wir zusammen eine Übungspiste anlegen“, appelliert der Radsportler an Gleichgesinnte.

Autofahrer bilden größtes Ärgernis für Radler

Er ist von seinem Freizeitspaß begeistert. „Trial schult so viele wichtige Eigenschaften: Ausdauer, Reaktionsvermögen, Kraft, Balancegefühl, Konzentration. Und man muss seine Angst besiegen und Risiken einschätzen lernen.“ Das ist in der Tat enorm wichtig. Bei Wettbewerben überwinden Geländefahrer in waghalsigen Parcours unter Zeitdruck Felsen, fahren schräg zum Hang, meistern die Fahrt über Baumstämme und rutschige Wurzeln. Das Felsenmeer an der Bergstraße ist dafür sehr beliebt. Wer sich traut, ist Armin Röhnke immer willkommen: 06106/266985.

bp

Quelle: op-online.de

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