Neue Erkenntnisse der Polizei

Hanf-Anbau professionell aufgezogen

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Symbolbild

Dudenhofen - „Das war sicher nicht nur für den Eigenbedarf.“ So kommentiert ein Polizeisprecher die Größe der Hanfplantage an der Raiffeisenstraße, die am Wochenende in Flammen aufging.

Nach unserem Bericht gestern lieferte die Polizei nun weitere Informationen nach. Die illegale Anpflanzung bestand demnach aus fast 100 Pflanzen. Das „Gras“ war allerdings von der Ernte noch weit entfernt: Die Pflanzen waren erst kniehoch. Die Zuchtanlage war recht professionell eingerichtet. Die Hanfpflanzen gediehen unter Wärmelampen. Starke Leuchten und Lüfter sorgten für optimale Wachstumsbedingungen. Allerdings machte das heiße Wetter der ganzen Sache einen Strich durch die Rechnung: Ein Lüfter lief wohl heiß und sorgte dafür, dass die gesamte Anlage samt Pflanzen zerstört wurde. Der Sachschaden beläuft sich nach einer ersten Schätzung auf 80.000 Euro. Ein Postbote bemerkte die Rauchentwicklung am Samstagmorgen.

Die Polizei sackte die rauchenden Trümmer ein und versucht nun, den Besitzer der Anlage zu ermitteln. Da die Büroräume offenbar auch bewohnt wurden, dürfte es jede Menge Spuren geben. Für Hinweise aus der Bevölkerung ist die Kripo unter 069/80981234 erreichbar.

In den letzten Jahren wurden in Rodgau illegale Hanfplantagen entdeckt, so zum Beispiel im Oktober 2011 auf einem Feld nahe der Kläranlage Weiskirchen. Bereits 2007 war eine professionelle Plantage im Gewerbegebiet Jügesheim aufgeflogen. Eine Bande hatte in einer gemieteten Halle an der Otto-Hahn-Straße 8 100 Cannabis-Pflanzen kultiviert. Geerntet wurde drei Mal im Jahr - insgesamt 1,15 Tonnen. Mit Indoor-Plantagen an mehreren Standorten war die Bande sieben Jahre lang im Geschäft gewesen, bevor sie aufflog. Ermittler sprachen damals vom größten Fall von Cannabis-Anbau in der Geschichte der Bundesrepublik. (eh)

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Quelle: op-online.de

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