„Voll wie ein Schwamm, eine Katastrophe“

Haus nach Brand unbewohnbar

+
Explosionsartig durchschlugen die Flammen den Dachstuhl, der völlig ausbrannte. Die Einsatzkräfte aller drei Standortfeuerwehren waren bis 4 Uhr morgens mit den Löscharbeiten beschäftigt. Aus Sicherheitsgründen gab es um 5.30 und 7.30 Uhr zwei Brandnachschauen. Die Wehr rettete auch Hasen.

Dudenhofen - Der Dachstuhl ist komplett ausgebrannt, Löschwasser und Schaum sind in jede Mauerritze eingedrungen, Tapeten hängen von Decken und Wänden: Das Haus Wiesenstraße 3 sieht nach einem Feuer nicht so aus, als sei es noch zu retten.

„Das Haus ist voll wie ein Schwamm, eine Katastrophe. Zum Glück war die Feuewehr so schnell da“, beschreiben der Bewohner und seine Ehefrau den schlimmen Zustand des Einfamilienhauses. Löschwasser rinnt die Fassade runter und bildet an Fensterbänken Eiszapfen. Wenn’s nicht so tragisch wäre, sähe das fast malerisch aus. Das Feuer vom Sonntagabend, 23 Uhr, hat den Dachstuhl zerstört. Auch eine Holztreppe zum Obergeschoss ist angekokelt. Die Ursache ist offen. Ist die Immobilie noch zu retten? 60 Feuerwehrleute bekämpften den Brand. Ausgebrochen war er unterm Dach in einem Tonstudio. Dort vernichteten die Flammen nicht nur die Bausubstanz, sondern auch wertvolle Platten- und Tonbandaufnahmen. Viele Erinnerungen sind verloren. „Hier fand sogar mal eine Plattenproduktion statt“, erinnert sich der Hausbewohner und Hobbymusiker traurig. Der Flughafenangestellte saß vorm Fernseher im Wohnzimmer, als das Feuer ausbracht. Seine Frau war im Stockwerk darüber gerade zu Bett gegangen.

Vom schönen und gemütlichen Zuhause ist nicht viel übrig. Die Hausbewohner müssen jetzt fürchten, dass auch noch die Wasserleitungen auffrieren und der Schaden noch größer wird.

„Ich habe ein Geräusch gehört, als ob es draußen stürmt“, beschreibt die Büchereileiterin ihre unguten Gefühle. Ihr Sohn (20) rannte dann als Erster die Treppe Richtung Tonstudio empor. „Wir haben noch versucht, das Feuer selbst mit Wasser aus Eimern zu löschen. Wir haben aber ganz schnell gemerkt, dass das nicht geht. Die Rauchentwicklung war unheimlich stark.“ Schnell rettete sich die Familie auf die Straße. Die Eheleute wohnen seit 22 Jahren in der Wiesenstraße 3. Das Haus war 1936 erbaut und 1965 aufgestockt worden. Erst vor etwa fünf Jahren wurde das Dach saniert. Vor zwei Wochen baute ein Heizungsinstallateur einen neuen Brenner ein. Und jetzt das! Zum Glück sind Verwandtschaft und Nachbarn sehr hilfsbereit. „Wir haben mehrere Übernachtungsangebote.“

Nicht nur für die Bewohner war der Brand äußerst gefährlich, sondern auch für die Feuerwehr. Als die Männer am Brandort ankamen, war von außen zunächst lediglich dichter Qualm zu sehen. Während der erste Atemschutztrupp in das Gebäude eindrang, zündete das Feuer dann aber vertikal nach unter durch, bevor oben, im Dachstuhl, die ersten Ziegel wegflogen. Zum Schutz der Kräfte und Hausbewohner standen ein Rettungswagen und der Notarzt in Bereitschaft.  (bp)

Bilder: Brand in einem Einfamilienhaus in Dudenhofen

Quelle: op-online.de

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion