AGV Volkschor präsentiert Lieblingsstücke zum Jubiläum

Brillanter Chorgesang

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Sopranistin Marianne Wycisk erwies sich beim Jubiläumskonzert als Glücksgriff.

Dudenhofen - Was als einfacher Blumenstrauß aus leichtem Volksliedgut begann, endete in einem konzeptionellen Konzertprogramm von großem „Bouquet-Duft“ der besonderen Güte. Von Katharina Weltzien-Falk 

Der AGV Volkschor Dudenhofen hatte im 90. Jahr seines Bestehens zu einem Jubiläumskonzert geladen und präsentierte Lieblingslieder aller Beteiligten der großen „AGV-Familie“. 90 Jahre und kein bisschen leise: Was der AGV Volkschor zu seinem Jubiläum bot. konnte sich wirklich hören lassen. Dirigent Rochus Paul hatte die Stücke in thematischen Gruppen in Kontext gesetzt und geschickt miteinander verbunden. Die Moderation von Andreas Etz überzeugte mit viel Charme und Humor und zudem brachten Regieeinfälle, mit denen Übergänge und einzelne Werke gestaltet wurden, große Lebendigkeit und Bewegung in den Abend. Das Publikum dankte dafür mit herzlichem Zwischenapplaus.

Mit der Verpflichtung der Sopranistin Marianne Wycisk und des Pianisten Jan Polívka hatte der Chor eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Ein Wermutstropfen in der Gestaltung erschien die Benutzung von technischer Verstärkung aller Beteiligten, die eine Reduktion in der klanglichen Feinabstufung bedeutete und in der Relation von Saalgröße und Sängerzahl nicht nötig erschien.

Den Beginn machte die Liedgruppe „Volkslied“, mit der der Chor seinen musikalischen Einstand zunehmend sicher bewältigte und besonders in den schnellen und fröhlichen Passagen souverän agierte. Hier zeigten sich Intonationsreinheit und stimmlicher Glanz, was hingegen in den leisen und langsameren Stellen manchmal die letzte Konsequenz vermissen ließ. Rochus Paul dirigierte mit weichen, klaren Bewegungen und großer Präsenz, der die Choristen nur zu folgen brauchten, um ein harmonisches musikalisches Miteinander zu gestalten. Eine Gruppe geistlicher Lieder schloss sich an, aus der ein schmissiges „Kumbayah“-Arrangement von Hans Kaspar Scharf herausragte.

In der „Waldandacht“ zeigte sich Marianne Wycisk zum ersten Mal, bevor sie den Musical- und Opernteil vor der Pause mit dem berührenden Musicaltitel „Gold von den Sternen“ aus „Mozart“ zusammen mit Rochus Paul eröffnete und sich in die Herzen der Zuhörer spielte. Gleich anschließend sang sie von Jan Polívka am Klavier und vom Chor begleitet das „Trinklied“ der Violetta aus „Traviata“ von Giuseppe Verdi und nahm auch im Opernfach ganz für sich ein. Dann gab es unter anderem zwei berühmte Chöre aus Verdiopern zu hören und interessanterweise wurde der Chor umso besser, je anspruchsvoller die Stücke wurden.

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Im „Zigeunerleben“ von Robert Schumann präsentierten sich alle Stimmgruppen ausgeglichen in ihren chorischen Solostellen. Nach der Pause war die Aufführung der „Launigen Forelle“ von Franz Schöggl der programmatische Mittelpunkt, da Rochus Paul die Programmidee ausgearbeitet hatte, allen Variationsbeispielen des Chores das Originalwerk in der Darbietung der Sopranistin mit Begleitung des Pianisten voran zu stellen. Ungekrönter Höhepunkt war eine gekürzte Fassung der „Ungarischen Rhapsodie“ von Franz Liszt, mit der Jan Polívka solo das Publikum zu spontanen „Standing Ovations“ hinriss. Marianne Wycisk zeigte ein ums andere Mal ihre beeindruckende musikalische Wandlungsfähigkeit und stimmliche Brillanz. Bei „The Rose“ war ein beglückender Moment der völligen Übereinstimmung von Chor und Chorleiter zu erleben. Nach vielen herzlichen Danksagungen erklangen noch „Amazing Grace“ mit allen Musikern und als Zugabe der „irische Segen“ für den Heimweg.

Quelle: op-online.de

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