Pläne für neues Wohngebiet

Dudenhofen wächst nach Westen

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Hier soll das neue Wohngebiet „Hinter dem Dell“ entstehen. Zur Orientierung: Links unten im Bild ist das Kögelgelände, links oben der Leipziger Ring. Die blaue Linie zeigt die ungefähre Größe des Gebiets an. Für eine mögliche Erweiterung der Claus-von-Stauffenberg-Schule soll eine Fläche frei bleiben.

Dudenhofen - Die Claus-von-Stauffenberg-Schule soll bald nicht mehr am Ortsrand von Dudenhofen liegen, sondern mitten in einem neuen Wohngebiet. Darüber entscheidet das Stadtparlament am nächsten Montag. Von Ekkehard Wolf 

Der Magistrat schlägt vor, dass die Hessische Landgesellschaft (HLG) auch das Gebiet „Hinter dem Dell“ entwickeln soll. Das bedeutet: Die staatliche Treuhandgesellschaft kauft Grundstücke an, lässt die Versorgungsleitungen und Straßen bauen und verkauft schließlich die fertigen Bauplätze. Das hat sich bereits bei Baugebieten im Westen von Jügesheim (J 41) und Hainhausen (H 17) bewährt. Für die Steuerzahler ist das eine günstige Lösung: Die Nutznießer des neuen Baugebiets tragen auch die Kosten. Das geplante Wohngebiet am westlichen Ortsrand Dudenhofens umfasst 7,3 Hektar (ha). Es umgibt die Claus-von-Stauffenberg-Schule in Form eines großen „L“ und ist größer als das Kögelgelände aus den 1980er Jahren (etwa 5,5 ha). Das Gebiet ist eine von drei künftigen Wohnbauflächen, die das Stadtparlament im Mai 2015 festgelegt hat. Es besteht aus 21 Grundstücken, die alle in privater Hand sind. Der Stadt gehören nur die Feldwege.

Der Magistrat schlägt vor, den Preis zum Ankauf der Grundstücke auf höchstens 60 Euro pro Quadratmeter festzulegen. Die HLG nimmt an, die Bauplätze nach der Erschließung für 350 Euro pro Quadratmeter verkaufen zu können. Das liegt am unteren Rand des aktuellen Bodenrichtwerts (350 bis 370 Euro). Aus den Einnahmen bestreitet die Hessische Landgesellschaft alle Kosten, darunter auch 250.000 Euro für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, 800.000 Euro für einen Kindergarten oder eine andere öffentliche Einrichtung sowie 438.000 Euro für Straßen und Wege. Die HLG selbst erhält 6,375 Prozent des Erlöses als Bodenbevorratungsgebühr.

Einziges Risiko für die Steuerzahler: Falls die staatliche Treuhandgesellschaft nicht alle Bauplätze innerhalb von zehn Jahren zu einem kostendeckenden Preis an den Mann bringen kann, muss die Stadt den fehlenden Betrag bezahlen. Angesichts der starken Nachfrage nach Bauplätzen sieht der Magistrat dieses Risiko als äußerst gering an. Nach den Erfahrungen in Jügesheim und Hainhausen erwartet die HLG, dass sie etwa die Hälfte der Flächen zum Preis von 60 Euro erwerben kann. Die Eigentümer der anderen Flächen erhalten dann nach der Umlegung Bauplätze zugeteilt und müssen Erschließungsbeiträge bezahlen.

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Ein 6000 Quadratmeter großes Gelände am Rand des Wäldchens soll unbebaut bleiben, obwohl es innerhalb des Gebiets „Hinter dem Dell“ liegt. Dort befindet sich eine Sanddüne. „Diese bietet sich nur für Ausgleichsmaßnahmen innerhalb des Gebiets an“, schreibt die HLG. Ganz ausgespart bleibt eine dreieckige Restfläche von etwa 5000 Quadratmetern zwischen Mainzer Straße und Saalburgring. Dort wird eine Altlast vermutet. Eine Bebauung wäre deshalb mit hohen Kosten verbunden.

Quelle: op-online.de

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