Wiesbaden lehnt Antrag aus Rodgau ab

Einkaufsmeile in Jügesheim ohne Zuschuss?

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Symbolbild

Jügesheim - Für einen Umbau der Jügesheimer Ortsmitte kann die Stadt Rodgau derzeit nicht mit Geld aus Wiesbaden rechnen. Das ist keine gute Nachricht für alle, die sich eine zentrale Einkaufsmeile wünschen. Bürgermeister Jürgen Hoffmann gibt die Hoffnung nicht auf. Von Ekkehard Wolf

Er will mit den Grundstückseigentümern im Gespräch bleiben. Der Magistrat hatte große Hoffnungen auf das Förderprogramm „Stadtumbau Hessen“ gesetzt. Er wollte Jügesheim zum Sanierungsgebiet erklären. Die Zuschüsse des Landes sollten unter anderem den Kauf von Grundstücken ermöglichen. Daraus wird nun nichts. Der Antrag aus Rodgau werde nicht berücksichtigt, teilte das hessische Umweltministerium mit. Auch ein Brief des Bürgermeisters konnte Ministerin Priska Hinz nicht umstimmen. Die Stadt könne sich ja nächstes Jahr erneut bewerben. Die Aussichten dürften dann allerdings geringer sein. Am 20. September verkündete die grüne Umweltministerin eine entscheidende Änderung der Zuschussrichtlinien: Das Programm „Stadtumbau Hessen“ fördere künftig den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel.

Den „gedanklichen Umschwung der Ministerin“ könne er nicht gutheißen, kritisiert Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) gegenüber unserer Zeitung. Mit der Ausweisung neuer Baugebiete leiste Rodgau einen wichtigen Beitrag dazu, den zunehmenden Bevölkerungsdruck im Rhein-Main-Gebiet aufzufangen. „Die Region fordert von uns etwas, wir kommen diesen Forderungen nach, wir werden aber von der Landesregierung im Regen stehen gelassen, wenn es um notwendige Infrastrukturmaßnahmen geht.“ Ist die Einkaufsmeile in Jügesheim damit gestorben? „Definitiv nein“, sagt der Bürgermeister: „Wir werden uns jetzt erst mal mit den Grundstückseigentümern zusammensetzen und die weiteren Optionen erörtern.“ Er freue sich, wenn das in diesem Jahr noch möglich sei. Eine vernünftige, zukunftsträchtige Innenstadtentwicklung brauche ihre Zeit: „Ich habe nie gesagt, dass es schnell geht. Es muss gründlich sein und es muss sinnvoll sein.“

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Die Absage aus Wiesbaden ist für Hoffmann „ein Umweg, der aber nichts an der Zielsetzung ändert. Um es auf Deutsch zu sagen: Von so etwas lassen wir uns nicht aus der Ruhe bringen.“ Selbst wenn sich zwischen Ludwigstraße und Hintergasse vielleicht nichts Neues ergebe, verfüge die Stadt immer noch über eine beachtliche Fläche auf dem ehemaligen Feuerwehrplatz: „Diese Option bleibt uns immer.“

Quelle: op-online.de

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