Zehntes Entenrennen der Emmausgemeinde kennt fast keine Verlierer / Sommerspaß bringt Geld in Kirchenkasse

Entenrennen: Quietschgelber Pulk im Wasser

Jügesheim - Zu hunderten schwammen gelbe Plastikenten gestern Mittag die Rodau entlang. Das zehnte Entenrennen beendete das Festjahr, mit dem Emmausgemeinde ihr 50-jähriges Bestehen feierte. Von Michael Löw

Alle meine Entchen schwimmen um die Wett"... Der Kinderlieder-Klassiker ging den vielen Besuchern, die das Entenrennen vom Ufer aus verfolgten, nicht aus dem Kopf.  

Zum Start ist der quietschgelbe Pulk, den Manfred Ernst hinter einer eisernen Barriere in den Bach gesetzt hat, noch ganz eng beisammen. Die Strömung treibt die ersten Akteure des zehnten Rennens ihrem Ziel Richtung Norden entgegen, doch schon bald setzen sich die einzelne Plastikvögelchen ab. Am Ufer bibbern Kinder und Erwachsene um ihre ganz persönliche Rennente. Die hatten zuvor zum Stückpreis von 2,50 Euro gekauft, meist mit einer schnöden Nummer versehen und in einen der vier Vorlauf-Wäschekörbe gesetzt. Etliche Kinder und Jugendliche aber verzierten die Enten mit schwarz-rot-goldenen Flaggen, den Farben ihres Lieblingsvereins und aufmunternden Sprüchen. Wer"s ganz lieb mit dem Renngetier meinte, beklebte es mit Federn oder bunten Steinchen. Dieses Tuning war indes eher kontraproduktiv, verlagerte es doch den Schwerpunkt nach oben. Viele schöne Entlein kenterten und schwammen hinterher.

Die 25 besten eines jeden Vorlaufs sammelten Manfred Ernst und Michael Beseler vom Gemeindeaufbauverein der Reihe nach aus dem Bach und lagerte sie in Zwischenlaufkörbe. Der Rest wanderte in gelbe Säcke, aus denen sich die Trainer ihre Ente mit nach Hause nehmen konnten. Besondere Aufmerksamkeit galt dem letzten Plastiktier des Laufs, denn das gewann einen Trostpreis. „Mittelfeld kann ja jeder!“, lächelte eine Mutter die Enttäuschung ihrer Tochter weg.

Entenrennen der Emmausgemeinde

Wer die Niederlage mit weniger Sportsgeist (er-)trug, konnte sein Antimecker-Armband vom linken aufs rechte Handgelenk wechseln. Die Pfarrer Sabine Beyer und Axel Mittelstädt hatten sie während des Eröffnungsgottesdienstes im Rodaupark verteilt. „Schau neu aufs Leben“ hatten sie ihre Predigt betitelt - ein Motto, das auch so manchem frustrierten Entenbesitzer wieder zu guter Laune verhalf. Zum zehnten Mal trug der Gemeindeaufbauverein gestern sein Entenrennen aus. Die Intention damals wie heute: Geld in die Kasse zu bringen, aus der die Jügesheimer Protestanten ihren Gemeindereferenten bezahlen. Sie tragen die Hälfte der Kosten.

„Mit dem Entenrennen geht unser Festjahr „Gemeinsam auf dem Weg“ zu Ende“, sagte Pfarrer Mittelstädt. Seit einem halben Jahrhundert gibt es in Jügesheim evangelisches Gemeindeleben. Am 29. Juni 2014 eröffnete ein großes Gemeinde- und Kindergartenfest das Jubiläum. Jeden Monat wurde es mit einem besonderen Ereignis gewürdigt. Zum Finale gestern hieß es dann „Ente gut, alles gut!“

Quelle: op-online.de

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