Evangelische Frauenhilfe Dudenhofen strickt

Obsttrank mit Mützchen

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Alle 14 Tage treffen sich die Frauen donnerstags im Gemeindehaus an der Kirchstraße: Dort wird Kaffee getrunken, meditiert und viel erzählt. Außerdem bringen alle, die stricken, ihren neuen Mützchen mit. 

Dudenhofen - Vor allem abends vorm Fernseher wird gestrickt, was das Zeug hält. Viele hundert Minimützchen entstehen auf diese Weise. Die Damen der Evangelischen Frauenhilfe Dudenhofen beteiligen sich an einer Aktion des Obst- und Gemüse-Trank-Herstellers „innocent“. Von Simone Weil 

Die Handarbeiten zieren die kleinen Flaschen und für jedes Hütchen spendet das Unternehmen 20 Cent ans Deutsche Rote Kreuz. Die Hände der Damen wollen Beschäftigung. Abends einfach so vorm Fernseher zu sitzen, ist für viele von ihnen nicht drin. Auch wenn bei der Arbeit an den Minimützchen der Blick seltener auf der Mattscheibe landet, weil die „Dinger so futzelig sind“, wie eine der Damen sagt. Beim Treffen im Gemeindehaus werden gleich kartonweise Strickwaren angeschleppt. Allein die Vielfalt der an Eierwärmer erinnernden Werke ist umwerfend: sie sind uni, geringelt, kunterbunt, mit Bommeln, Glöckchen oder niedlichen Applikationen versehen,

Das Ergebnis des großen Strickens kann sich sehen lassen: 620 Minimützchen entstanden im vergangenen Jahr, 1000 Stück hatten sich die Handarbeiterinnen für dieses Jahr vorgenommen. Schaffen sie das bis zum Januar? Edith Koch nickt gelassen. Die Hütchen gehen auf eine kleine Reise und sollen die Obst- und Gemüse-Trank-Flaschen der Marke „innocent“ im Kühlregal zieren. Das Unternehmen spendet für jede Haube 20 Cent fürs Deutsche Rote Kreuz. Bundesweit sollen eine Millionen Mützchen zusammenkommen. Der aktuelle Stand gestern belief sich auf 809.011 Stück.

Warum die Frauen sich beteiligen? „Die Reste kommen weg und man macht was für einen guten Zweck“, sagt Irmgard Seibel. Auch Gertrud Resch schätzt die Beschäftigung abends vorm Fernseher. Doris Koch, die heute stolz 280 Mützchen abgeliefert hat, muss längst Wolle kaufen, weil sie keine Reste mehr hat – wie viele andere der Damen auch.

Strick hat Hochsaison: Lieblingsteile selber machen

Stricken und basteln für einen guten Zweck hat bei der Frauenorganisation, die seit 1904 besteht, Tradition: 200 000 Euro sind im Laufe der Jahre an karitative Einrichtungen geflossen, erzählt Edith Koch. Außerdem hatten sie ehemals 50.000 Mark in einen Fonds gesteckt, der inzwischen zur Katharina-von-Bora-Stiftung geworden ist und heute über 100.000 Euro verfügt.

Für solche Summen muss eine Oma lange stricken: Und genau das haben die etwa 20 Damen getan. Strümpfe, Schals, Mützen und Handschuhe werden dementsprechend auch beim Adventsbasar am Sonntag, 27. November, von 11 bis 17 Uhr wieder zu haben sein. Außerdem bieten sich auch zahlreiche Geschenkideen aus der eigenen Küche an: Essig und Öl, Likör, Marmelade, Plätzchen, Pesto, Kerzen und selbst gemachte Karten. Im Gemeindehaus gegenüber der Kirche gibt es außerdem ein warmes Mittagessen, Kaffee und Kuchen und eine Tombola.

Mit der Strickliesel: Anleitung für eine Lampe

Quelle: op-online.de

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