Von der Krabbelgruppe bis ins Berufsleben

Expertenforum „Rodgau bildet Zukunft“ geht ins zehnte Jahr

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Haus der Bildung: Das Familienzentrum Jügesheim ist mehr als eine U3-Kindertagesstätte. Dort gibt es auch Volkshochschulkurse, Pekip-Gruppen, Lesungen, Vorträge, Musikunterricht und mehr.

Rodgau - Beim Ausbau der Bildungsangebote hat die Stadt Rodgau seit 2007 erhebliche Fortschritte gemacht. Das Bildungsforum „Rodgau bildet Zukunft“ habe in den neun Jahren seines Bestehens „nicht nur bunte Bilder und nette Broschüren“ produziert, sagt Erster Stadtrat Michael Schüßler.

Eine Zwischenbilanz: Die Zahl der Betreuungsplätze für Kleinkinder ist jetzt mehr als doppelt so hoch, die Betreuung an Grundschulen wurde erweitert, die Ausleihzahl in den Stadtbüchereien hat sich verdreifacht. Die frühere Ausbildungsmesse ist zu einer Bildungsmesse gewachsen, die in der Region ihresgleichen sucht. Im Forum „Rodgau bildet Zukunft“ sind Stadt, Schulen, Arbeitsagentur und Unternehmen vertreten. Die Idee: Alle, die vor Ort mit Bildung zu tun haben, übernehmen gemeinsam Verantwortung - von der Krabbelgruppe bis ins Berufsleben. Das Ziel: „Keiner soll zurückbleiben.“

Die Vorschläge der Expertenrunde stoßen im Stadtparlament auf offene Ohren. Ihre Handlungspläne wurden bisher stets mit großer Mehrheit beschlossen - der jüngste im Juli 2015 einstimmig. Diese Pläne enthalten Zielvorgaben für mehrere Jahre. Aufgaben wie die Einrichtung einer weiteren Kleinkindgruppe spielen damit im politischen Alltag keine Rolle mehr: Sie werden einfach erledigt. „Ja, wir haben Geld ausgegeben - aber man muss auch sehen, wofür“, betont Schüßler. Seit Jahren investiere die Stadt in den Ausbau der Kinderbetreuung. Heute beschäftige sie fast doppelt so viele Erzieherinnen wie 2006. Der Anteil der Ganztagplätze in den Kindertagesstätten sei seither von 30 auf 80 Prozent gestiegen. Jeder Elternteil, der das wolle, solle einen ganztägigen Kita-Betreuungsplatz für sein Kind bekommen - „weil es eine Bildungseinrichtung ist“, so Schüßler.

Demo für freie Bildung

Bildung sei für Rodgau ein wichtiger Standortfaktor, betont Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Der Erfolg sei nur in der langfristigen Beobachtung erkennbar. Als „bildungsaktive Mittelstadt“ erhoffe sich Rodgau mehr junge Familien und wirtschaftliche Prosperität, formuliert Michael Schüßler. In den jüngsten Einwohnerzahlen sieht er eine Bestätigung: Die Bevölkerung sei letztes Jahr um 1,5 Prozent gewachsen. Flüchtlinge seien in dieser Zahl noch nicht enthalten. Ihre Integration sei gleichwohl eine bildungspolitische Aufgabe, betont Bürgermeister Hoffmann: „Heute haben Sie einen nicht Deutsch sprechenden Flüchtling ohne Schulabschluss, in zehn Jahren haben Sie einen ausgebildeten Handwerker. Aber über den Zeitraum dazwischen müssen wir reden.“ (eh)

Quelle: op-online.de

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