Drachenfest am Badesee

Ein fast perfekter Flugtag am See

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Lea Immenroth aus Waldacker zeigte Papa Christian, dass kleine Mädchen keine Angst vor großen Drachen haben.

Nieder-Roden - Nein, Windgott Ayolos kann es seinen Jüngern einfach nicht recht machen. „Ein bisserl zu böig. Da fallen die Drachen runter“, beantwortete Wolfgang Müller gestern Nachmittag beim Drachenfest am Badesee die obligatorische Wetterfrage. Von Michael Löw

Der Kassenwart des nach dem Herrn der Winde benannten Drachenclubs ist Profi und sah die Sache deshalb etwas zu skeptisch, denn am Himmel schwebten immer mehrere Dutzend Drachen. Aus der halben Republik sowie aus Belgien, Holland und der Schweiz waren Drachenbauer und -besitzer am Wochenende nach Nieder-Roden gekommen. Einige sind Stammgäste, die anderen tingeln von Drachenfest zu Drachenfest. Den Längenrekord stellte ein Dortmunder auf, der einen 45-Meter-Kraken steigen ließ. Wer mit dieser Größe wenig anzufangen weiß: Der Ayolos-Krake, der in den vergangenen Jahren den Himmel beherrschte, misst nur 27 Meter.

Drachen sind eigentlich leichte, filigrane Gebilde. Und doch können sie jede Menge Kraft erfordern. Es brauchte vier Mann, um eine so genannte „Bowl“ - eine große Kugel - über die Wiese zu treiben. „Das sind 90 Kilo Zug“, erläuterte Müller Fachleuten und lieferte die laientaugliche Erklärung mit nur einem Wort nach: Knochenarbeit. An einem Kinderdrachen zerrt der Wind übrigens mit 500 Gramm.

Drachenfest 2015 am Badesee Nieder-Roden: Fotos

Einer der Hingucker des Sonntags war das „Team 4 Fun“. Das Quintett ließ seine Drachen völlig synchron am Himmel tanzen. Am Boden standen vier Männer und eine Frau Schulter an Schulter und brachten das Kunststück fertig, ihre Leinen nicht ineinander zu verheddern. Das Drachenfest ist immer auch ein Familienfest. Die Ayolos-Leute hatten etliche tausend Quadratmeter Wiese für „Hobbyflieger“ jeden Alters reserviert.

Quelle: op-online.de

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