Klamauk mit neuer Sitzungspräsidentin

Narren bringen Licht ans Bahnpädche

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Die „Twisters“ des RCC „Knallkepp“ huldigten Michael Jackson mit einer viel umjubelten Tanzshow. Und weil aHNA0000045739672ußer der Choreographie auch die Musikauswahl stimmte, gab"s in der TSV-Halle kein Halten mehr.

Dudenhofen - Wehe, wenn sie losgelassen - die Alten! Bei der Fastnacht der „Knallkepp“ zeigten echte und vermeintliche Rentner so manchem Jungen, wo der Bartel den Most holt. Von Michael Löw

Und Protokollerin Rita Gonschorek freute sich, dass ein lang gehegter Wunsch nach zehn Jahren in Erfüllung geht. Im 21. Jahr seiner Fastnacht hat der Rodgauer Carnevalclub „Die Knallkepp“ eine neue Sitzungspräsidentin. Miriam Seib, von Anfang an Manfred Gonschoreks charmante Co-Moderatorin, war am Freitag und Samstag alleine Chefin auf der Bühne der TSV-Halle und führte souverän durchs Programm.

Manfred Gonschorek, nunmehr Präsident im Ruhestand, unterstützte zum zweiten Mal seine Frau Rita beim Protokoll. Als Alte wollten sie den Mund nicht halten und vermarkteten generationenübergreifend Bürgersteige als Reklameflächen: Alle Smartphone-Daddler würden ohnehin ständig nach unten gucken. Politiker bekommen im Karneval eigentlich immer ihr Fett weg. Doch Rita Gonschorek schickte ein dickes Lob Richtung Rathaus: Nach zehn Jahren Mahnen und Bohren aus der Bütt wird das Bahnpädche - für Nicht-Rodgauer: der Rad- und Fußweg entlang der S-Bahn - endlich beleuchtet. Trotzdem, das kann man jetzt schon sagen, wird den „Knallkepp“-Protokollern auch 2017 der Stoff nicht ausgehen.

Von wegen Seniorentanzgruppe: Selbst in der Kittelschürze oder im taubenblauen Polyesteranzug geht die „Macarena“ mit vollem südamerikanischen Tempo über die Narrenbühne der „Knallkepp“.

Alt ausgesehen - und anfangs auch so getanzt - haben Frauke Bolten, Petra Konrad, Roswitha Conze, Rita Gonschorek, Michéle und Monique Siegler, Jutta Woitalla, Astrid Wright, Ira und Arnd Seibel. Doch nach einer Runde gemächlichem Schieber drehten die Senioren auf. Beim „Macarena“ waren Rheuma und Gicht vergessen. Dazu passte auch das Zwiegespräch von Lucia Klein und Thomas Engel. Der fand nach einer frustrierenden Tanzstunde ausgerechnet im Seniorenheim eine tangotaugliche Partnerin. Alles andere als müde Altstars waren die „Rodgau-Finken“ Manfred Gonschorek, Gerd Haller, Walter Jäger, Andreas Lehr, Manfred Reichenbach, Franz Rustler, Matthias Sonntag, Michael Spahn und Detlev Zschiesche. Sie holten Heino, Nena, Tina Turner und AC/DC mit einer fulminanten Bühnenshow aus der Versenkung.

Cathrin Haller, Thorsten Keh, Jan Zschiesche und der erst elfjährige Sven Siegler sind die Youngsters der „Knallkepp“. Sie nahmen jene Eltern aufs Korn, die im ständigen Facebook-Wettbewerb der Welt verkünden, was ihre Sprösslinge zu welchen Zeitpunkt alles können, und die in der Erziehung hin- und hergerissen sind zwischen Moralpredigt und kumpelhafter Abklatscherei - ein herrlicher Klamauk. Gerd Haller und Lucia Klein schlüpften in die Kostüme von Adam und Eva - nach der Vertreibung aus dem Paradies - und hauten sich genüsslich Geschlechter-Klischees um die Ohren. Kleine Kostprobe gefällig? Spareribs vom Grill sind das beste Beispiel, dass aus einer Rippe was Gescheites werden kann. Evas Antwort hat der Chronist leider überhört...

Fastnacht: Bilder zur „Knallkepp“ in Dudenhofen

Nicht vieler Worte bedarf"s über die Tanzgruppen der „Knallkepp“, denn die lassen ihre Choreographien für sich sprechen. Egal, ob die von Nicole Reichenbach trainierte RCC-Garde, die ebenfalls von ihr trainierten „Twisters“,Tina Benner und ihre „CC-Dancers“ oder das „Metaxa“-Männerballett unter Leitung von Beatrice Reichenbach und Charleen Zschiesche: Viele Tänzerinnen und und gut ein Dutzend Tänzer sind die Aushängeschilder der RCC-Fastnacht. Als Ergänzung zum eigenen närrischen Personal laden die „Knallkepp“ zu jeder Sitzung Gäste ein. Dieses Jahr waren"s Büttenredner Ewald Renner aus Lämmerspiel und die musizierenden „Hinnergasse Buwe“ aus Münster. Am Freitagabend stattete ihnen das Rodgau-Prinzenpaar Tanja I. und Matthias IV. einen großen Staatsbesuch ab.

Dass sich die „Knallkepp“ so schnell nicht aufs Altenteil zurückziehen wollen, beweist der Blick in ihre Kampagne-Zeitung: Die Fremdensitzungen 2027 finden am 29. und 30. Januar statt.

Quelle: op-online.de

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