TGS-Karnevalisten setzen Tanja und Matthias Lehmberg auf den närrischen Thron

Prinzenpaar vom Nachbarverein

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Tanja I. und Matthias IV. ziehen mit Präsident Peter Otto in den Saal ein, begleitet von den Pagen Johanna Kämmerer und Theresa Wolf.

Jügesheim - Die Jügesheimer Fastnachter bleiben auf Fusionskurs. Zum zweiten Mal ernannten die TGS-Karnevalisten ein Prinzenpaar aus den Reihen der TGM SV. Tanja und Matthias Lehmberg erhielten am Samstag feierlich ihre Prinzenorden.

Auch im Bühnenprogramm der Eröffnungsgala war die TGM SV stark vertreten. Das Geheimnis ist gelüftet. Fast genau um 22.22 Uhr zogen Matthias IV. und Tanja I. mit großem Hofstaat in die fast ausverkaufte Aula der Georg-Büchner-Schule ein. Das Prinzenrätsel sei auch diesmal eine harte Nuss gewesen, sagte Petra Seyffarth, die neue Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Ortsvereine. Aus Sicht der Regenten war das Ratespiel hingegen viel zu leicht. Bei den vielen irreführenden Hinweisen musste man schon um die Ecke denken, um auf die richtige Lösung zu kommen. Ein Brückenbauer ist eben nicht zwangsläufig Architekt und Handabdrücke gibt’s nicht nur bei der Polizei. Tatsächlich ist der Prinz im bürgerlichen Leben Zahntechniker. Die Prinzessin formt Kinderhände und -füße als Kunsthandwerk aus Gips.

Erfüllt von guten Erinnerungen und mit einem selbstironischen Augenzwinkern verabschiedete sich das bisherige Prinzenpaar Stefan III. und Jennifer I.: „Schön, dass ihr alle nur wegen uns da seid!“ Beide wollen auf die Bühne zurückkehren. Stefan Schmidt wird dem Publikum als „Till“ und in der Tanzgruppe „Taktlos“ erhalten bleiben. Jennifer Schmidt will wieder mit den „Marionetten“ tanzen, aber erst, wenn Tochter Lea-Sophie ein Schwesterchen hat - ein weiteres Geheimnis, das an diesem Abend gelüftet wurde. Mit seinen Einblicken in die Welt der Elferräte hatte Sitzungspräsident Peter Otto die Lacher auf seiner Seite. Er sprach von zu klein gewordenen Sakkos, vertauschten Westen und ähnlichen Widrigkeiten. Gugi Sebastian Mahr erzählte, woher er den Stoff für seine Reden nimmt: Zwei von vier Themen liefert die Offenbach-Post.

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In bester Tradition der literarischen Fastnacht ging Kultur-Stadtrat Werner Kremeier in die Bütt. Bevor er den Stadtschlüssel an das Prinzenpaar überreichte, hielt er einen Faust-Monolog, der mit lokalen Spitzen gespickt war. Zwischen Abschied und Inthronisierung bot die TGS ihrem Publikum einen Potpourri zum Lachen und Staunen. Neben vielen eigenen Akteuren wirkten auch befreundete Gruppen mit. Die Murxxbrothers aus „Ouwerroure“ begeisterten die Zuschauer mit einer urkomischen Dialektnummer, in der es von „ou“-Lauten nur so wimmelte - sehr zur Verzweiflung eines Telefontrainers, der ihnen hochdeutsche Werbefloskeln beibringen wollte. Mit den Tücken der Steuererklärung kämpften Bettina Hartmann und Anja Werner vom Kreppelkaffee Nieder-Roden. Ihren Refrain konnten die Zuschauer bald auswendig: „Was du so blöd bist!“

Mit närrischer Marschmusik brachte das Prinzliche Orchester für Staatsbesuche (Prost) das Blut in Wallung. Viel fürs Auge boten die Jugendtanzgruppe „Crazy Chickens“, die „Mothers on Move“ mit ihrem Schwarzlichttanz und die stets perfekte TGS-Prinzengarde. Riesigen Beifall erhielten zwei Solotänzerinnen der TGM SV für ihre atemberaubenden Darbietungen. Bei den Stimmungsliedern der Giesemer Trottwa-Lerche sangen alle mit. Gassenhauer wie „So geht der Ramba-Zamba“ und „Hey Giesem, du mein Heimatort“ gehören für Rodgauer Narren längst zum Allgemeingut. In Fusionszeiten ist es auch selbstverständlich, dass sich mit Siggi Balz und Steffen Kuhn zwei bekannte Fassenachter der TGM SV auf der TGS-Bühne die sprachlichen Bälle zuwerfen. Mehr davon gibt’s nächsten Samstag beim „Ufftakt“ an der Weiskircher Straße. Dort stehen auch Tanja und Matthias Lehmberg auf der Bühne - nicht als Prinzenpaar, sondern als Mitwirkende bei der Mottopräsentation. (eh)

Bilder: Neues Prinzenpaar in Jügesheim

Quelle: op-online.de

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