Selbst Dudenhöfer integriert

JSK Rodgau stellt Sarah und Andreas May als Prinzenpaar vor

+
Es ist gekürt – das neue Prinzenpaar stellte sich seinen närrischen Untertanen vor: Sarah und Andreas May sind gespannt, was die Kampagne bringt.

Jügesheim - Und mag die Welt woanders aus den Fugen gehen – im närrischen Rodgau wächst unstrittig zusammen, was schon lange zusammen gehört.

Mit dem Schwung der gerade eingeläuteten Kampagne haben die Fastnachter am Samstag im Giesemer Epizentrum ihre neuen Regenten auf den Thron gehoben: Andreas und Sarah May steuern das Narrenschiff als Prinzenpaar durch die närrische Brandung, deren erste Wogen auf den Rodau-Strand krachten. Krachen ließen sie es für wahr, die wieder erwachten und offenbar bestens ausgeschlafenen Kappenträger. Bis weit nach Mitternacht ging es in der voll besetzten Aula der Georg-Büchner-Schule hoch her, und als die Majestäten knapp vor Zwölf von Sitzungspräsident Peter Otto vorgestellt, dekoriert und eingeschworen waren, stand der gemütliche Teil mit Tanz und Barbetrieb erst noch bevor. Die Leibesübungen auf dem Parkett und die allerletzten Absacker durfte das jecke Volk in der Gewissheit genießen, bis Aschermittwoch würdig vertreten zu sein.

Dies zunächst von ihrer Majestät, die sich die karnevalistischen Sporen auf der Bühne der Jügesheimer TGS verdiente und nun im neuen JSK ein Heimspiel hat. Seit 2004 singt die gelernte Bürokauffrau Sarah May, 28 Jahre alt und eine geborene Nix, bei der Gesangsgruppe Sonne, Mond und Sterne mit, tut sich ansonsten im Turner-Gruppenwettstreit (TGW) hervor und heimste dabei wiederholt Hessenmeister-Lorbeeren ein. Vermählt ist das Jügesheimer Gewächs seit Mai mit Herrn May, einem – ist das zu glauben? – vormaligen Dudenhöfer. Freimütig bekannte Prinz Andreas (27), mit der Fastnacht bis vor kurzem kaum etwas am Hut gehabt zu haben. Unter der Kapp ist er offenkundig lernfähig, als jüngstes von acht Kindern und zehnfacher Onkel nach eigenem Bekunden zudem an Trubel gewöhnt. Kondition und Durchschlagskraft bringt der gelernte Schreiner als Stammstürmer des TSV Dudenhofen ebenfalls mit.

Noch weitere Sterne gingen am Samstag am Narrenhimmel über Rodgau auf: Lothar Mark überreichte den 18. Förderpreis der Giesemer Fassenacht an Stephanie Weimer – ein weiterer diplomatischer Schritt, der die Beziehungen zwischen Giesem und Durrehouwe dauerhaft festigen dürfte. Die 23-jährige Versicherungs- und Finanzkauffrau passt in die dynastische Architektur, lernte sie doch den Vereinssport als Kind ebenfalls beim TSV Dudenhofen kennen, kam als Jugendliche nach Jügesheim und startete dort in der Fastnacht durch.

Bilder: Neues Prinzenpaar Andreas und Sarah May in Rodgau

Bei den Sugar Donats und den Rodgau Hippers erwarb sie ersten Ruhm als Aktive und Trainerin, tanzte in Christoph Sattlers Marionetten-Show. Spätestens bei den Sing-Sang-Mädels qualifizierte sie sich als Multitalent. Sie ist TGW-Mannschaftskameradin der Prinzessin und übernimmt, unterstrich Lothar Mark, als „durch und durch integre Persönlichkeit“ vorbildlich Verantwortung.

In den aktiven Ruhestand verabschiedeten sich am Samstag nicht nur die beiden Ex-Regenten Matthias und Tanja Lehmberg, für ihren launigen Abschiedsdialog mit donnerndem Applaus belohnt. Mit Philip Jansen gibt es auch einen neuen, den inzwischen achten Gugi, der in die Fußstapfen von Sebastian Mahr tritt. Der vergab Schulnoten an Narren und Vereine für Gutsjer-Gewicht und närrisches Betragen und leitete ein Gala-Programm ein, das trotz Überlänge Appetit auf die neue Kampagne machte.

Im Zwiegespräch stärkten Peter Otto (TGS) und Siggi Balz (TGMSV) im freundschaftlichen Kappen- und Klamottentausch die Zuversicht, dass der aus beiden Vereinen geformte JSK auf zwei traditionsgestählten Beinen in eine neue Ära marschiert. Die ersten Jubelstürme für mitreißende Tanzshows verdienten sich die „Crazy Chicken“ und später Nele Koekkoek und Melissa Mohs als Solo-Duett. Zwerchfell-Gymnastik als Hochleistungssport betrieben Anja Werner und Bettina Hartmann als Margret und Sannche im Kalauer-Duell – ein Klassiker der Fassenacht an der Rodau ebenso wie Ulk-Ikone Andreas Kraus mit seiner abgedrehten Alltagslyrik und der glaubhaften Behauptung, dass der 2. Januar für Genießer wie Hungerleider der schlimmste Tag des Jahres sei. Über das Risikopotenzial des Kühlschranks wussten auch Melanie Wörner und Alisa Rebmann das eine oder andere Lied zu singen. Fehlten bloß noch die Giesemer Trottwa-Lersche. Worscht, Dorscht, dorschgefeiert, alle singen mit und es droht die erste Polonaise. Einen Tag nach dem elften Elften. Das kann ja heiter werden. (rdk)

Quelle: op-online.de

Mehr zum Thema

Kommentare