Gemeinsamkeit öffnet Rathaustür

Närrische Eintracht: TGS und TGM SV erobern Paragraphenburg

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Dieses Jahr zündeten die Konfettikanonen der Gugisheimer auf Anhieb.

Jügesheim - Der Rathaussturm erlebte am Samstag eine Doppelpremiere: Erstmals assistierte TGM SV-Sitzungspräsident Siggi Balz seinen TGS-Kollegen Peter Otto beim Erobern der Rodgauer Machtzentrale. Von Michael Löw

Zwei Prinzenpaare, zwei Präsidenten und jede Menge närrisches Fußvolk ließen Bürgermeister und Erstem Stadtrat nur eine Wahl: die Macht bis Aschermittwoch abgeben.

Und erstmals stimmten die Fastnachter auf und vor der Bühne ein Geburtstagsständchen an. Als Prinzessin Tanja und Prinz Matthias am Samstag kurz nach halb vier das sturmreif gebabbelte und geschossene Rathaus stürmten, hatten sie schon einen Acht-Stunden-Tag hinter sich. Kurz nach 6 Uhr hatten Elferräte und Gugisheimer die Regenten geweckt und waren mit ihnen zum Kreppelessen gezogen. Kaum war das letzte Stück Backwerk verdrückt, bat das Prinzenpaar zum Empfang in den Hof der Familie Herold in der Vordergasse. Die löst demnächst wohl die Rathenaustraße als Giesemer Prinzenchaussee ab, mutmaßte TGS-Sitzungspräsident Peter Otto. Denn knappe 100 Meter von Tanja und Matthias Lehmberg ist Kinderprinz Max Gawrilow daheim. Nur Prinzessin Amina Dorschner wohnt ein bisschen weiter weg.

Dass es beim Empfang so proppenvoll war, liegt an der tänzerischen Karriere von Prinz Matthias. Er ist im Männerballett von TGM SV Jügesheim das hoch über „Jennis Sklaven“ schwebende Element. Der Prinz hatte seine Mittänzer samt TGM SV-Elferrat eingeladen; der führte mit seinen Kappenbrüdern von der TGS den Rathaussturm an. Erstmals stand mit Siggi Balz der Sitzungspräsident der TGM SV auf der Bühne, von der die Narren die Eroberung des Rathauses vorbereiteten. Ginge es nach den Fassenachtern beider Vereine, wäre die angepeilte Fusion nur noch eine Formalie. Bei soviel geballter Gemeinsamkeit blieb Bürgermeister Jürgen Hoffmann, dem Ersten Stadtrat Michael Schüßler und ihren Magisträtern nur eines: Nicht lange um die Kapitulation herumreden und die Fastnachter ins Chefbüro lassen.

Premiere Nummer zwei hatte der Rathaussturm dem zehnten Geburtstag von Amelie Groha zu verdanken. Ein Chor aus vielen hundert Stimmen gratulierte dem TGS-Tanzmädel - eine Premiere mit Gänsehautgarantie. Nur sechs Stimmen und eine Gitarre waren die „Giesemer Trottwa Lersche“ stark. Aber mehr brauchen Frank Rebel, Andreas Held und ihre Mann auch nicht, um den Hermann-Sahm-Platz in beste Fastnachtsstimmung zu versetzen.

Galerie zum Rathaussturm in Rodgau

Quelle: op-online.de

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