Furioser „Ufftakt“ der Fassenachter von JSK

Fleisch-Ess-Lust trifft auf militante Veganer in Jügesheim

+
Das vegane Imperium schlägt zurück: Gegen die Eindringlinge von vorgestern ist jedes Mittel recht.

Jügesheim - „In Zukunft gibt’s noch mehr zu lache, weil mers jetzt zusamme mache“ - ein Versprechen, an dem sich die Fastnachter des neuen Jügesheimer Großvereins JSK in der neuen Kampagne immer wieder werden messen lassen müssen.

Am Samstagabend in der Halle an der Weiskircher Straße erstmals lautstark proklamiert, ist der Satz bis Aschermittwoch das Motto der fusionierten Karnevalisten, wird also nach Brauch und Herkommen in der Bütt und auch sonst inflationär zitiert. Und nach dem „Ufftakt“, den die Kappenbrüder da hingelegt haben, liegt die Messlatte auf Championsleague-Niveau.

Erstmals in den Mund genommen wurden die goldenen Worte von Emma Schwarzer (Nicole Nihuesbernd), Bürgermeisterin der Großgemeinde Giesem. Madame hat sich im ausschließlich von Frauen regierten Veganer-Paradies, das sich seit der Gebietsreform 2021 von Dieburg im Süden bis Heusenstamm im Norden erstreckt, gerade zum ersten Mal Flaaschworscht einverleibt und entwickelt, zusätzlich befeuert von reinem Bier ohne Obst- oder Gemüsezusatz, unversehens närrisches Talent. Ein gänzlich neues Phänomen im durch und durch vernetzen Jahr des Herrn – Pardon, der Dame – 2036, nach den olympischen Spielen an der Rodau und in direkter Nachbarschaft der Metropole Offenfurt, Heimat des mehrfachen deutschen Fußballmeisters.

Ja, die Kickers gibt es noch in dieser schrägen Zukunftswelt und dank dreier Zeitreisender aus 1985 bald auch wieder eine Kneipe. So ließ das Finale der annähernd zweistündigen Inszenierung das Publikum in der voll besetzten Halle hoffnungsvoll und hochgestimmt zurück.

Begonnen hatte die Geschichte – vom Team um Klaus und Angelika Hoffmeister in bewährter „Ufftakt“-Manier in Szene gesetzt – mit einem nostalgischen Rückblick: Kevin (Matthias Lehmberg), Jürgen (Steffen Kuhn) und Seppel (Götz Schwarz) frieren nach einem Kino-Besuch im „Kühlhaus“ fest und tauen erst nach 51 Jahren wieder auf. Ein Handy („Händ hie?“) und das World Wide Web („Wieso ist der Inder nett?“) geben ihnen ebenso Rätsel auf wie das „Mädsche“ (Melanie Schubert), das die drei frei laufenden Männer für Pokemons hält.

Bilder: „Ufftakt“ zur Fastnacht in Rodgau

Gar nicht zurecht kommt das rustikale Trio mit dem fleisch- und bierlosen Speiseplan. Dem ist nicht einfach abzuhelfen, zumal das vegane Regime alarmiert reagiert und die Eindringlinge von vorgestern schleunigst wieder einfrieren will. Zum Glück erweist sich Tofu-Thomas (Klaus Hoffmeister) ebenfalls als verkappter Zeitreisender frei nach „Zurück in die Zukunft“ und hilft tatkräftig mit, am Ende nicht nur Leib und Seele zusammen, sondern auch den Ball flach zu halten.

Für den ersten gemeinsamen „Ufftakt“ gaben die alten Stammvereine TGS und TGMSV das Beste her, was ihre Fastnachter zu bieten haben. So legten Nathalie Rauschenbach, Nadine Balz und Jessica Stein zur Begeisterung von Moderatorin Uschi List ein furioses olympisches Gardetanz-Finale auf die Bretter, Siggi Balz wackelte als kellnernder Roboter durchs Tofu-Lokal. Eine Glanznummer lieferten Simone Gajewski mit ihrem Liedchen über die „Fleisch-Ess-Lust“ und Peter Gajewski als „Wutzje“ ab.

Das Rodgauer Prinzenpaar Andreas und Sarah May hieß die Sitzungspräsidenten Peter Otto (TGS) und Siggi Balz (TGMSV) zu später Stunde willkommen. Traditionsgemäß hatten die Majestäten den Saisonorden im Gepäck. Eingerahmt wurde der „Ufftakt“ von Solo-Gardetänzerin Amelie Schur, sowohl deutsche als auch Hessenmeisterin in ihrer Disziplin, und der Marschtanzformation „Footloose“, ebenfalls mit einem nationalen Meistertitel gekrönt. Rein regional wurzelt dem gegenüber der Ruhm der Finalisten. Das ist in Ordnung und gehört sich auch so: Zum guten Schluss müssen es die „Giesemer Trottwa-Lersche“ sein. (rdk)

Bilder: TGM SV-Ufftakt der Fastnacht 

Quelle: op-online.de

Mehr zum Thema

Kommentare