Festbuch als Geschenk

800 Jahre Weiskirchen zum Nachlesen 

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In dieser Urkunde aus dem Jahr 1215 wurde Weiskirchen erstmals erwähnt.

Weiskirchen - Heute erscheint das Festbuch zur 800-Jahr-Feier Weiskirchens. Die ersten Exemplare werden am Abend nach der akademischen Feier im Bürgerhaus verteilt.

Das Buch stellt die Geschichte des Orts von den ersten Funden bis zum Jahr 1977 dar, als Weiskirchen ein Teil der Großgemeinde Rodgau wurde. Die 2 500 Exemplare des Festbuchs werden kostenlos abgegeben. Der Druck wurde durch Werbeeinnahmen finanziert. Wer sich für die Vergangenheit Weiskirchens interessiert, für den gibt es reichlich Lesestoff. Zu verdanken ist das unter anderem Helmut Trageser, der viele lokalhistorische Schriften verfasst hat. Er zeichnet auch für das Festbuch zur 800-Jahr-Feier verantwortlich.

Neben einem historischen Abriss aus Tragesers Feder enthält die Festschrift auch Selbstdarstellungen der örtlichen Vereine. Horst Meier steuerte einen Artikel über seine Jugendzeit bei.

Der Band enthält auch unbekannte Fotos aus Alt-Weiskirchen. Der Heimat- und Geschichtsverein Weiskirchen und sein Vorsitzender Helmut Trageser haben auch Bilder ausgesucht, die in den bisherigen Büchern nicht enthalten waren.

Gruppenbilder waren damals etwas Besonderes

Zu diesen neuen Motiven zählt etwa eine Darstellung der Alten Schule aus dem 19. Jahrhundert, die an der Pfarrgasse stand und später zum Bau des Supermarkts abgerissen wurde. Das älteste Schulbild zeigt den Jahrgang 1866. Solche Gruppenbilder waren damals etwas ganz Besonderes: Das fotografische Verfahren der Daguerreotypie war 1839 erfunden wurden.

Ein Porträtfoto aus dem 19. Jahrhundert zeigt den damaligen Bürgermeister Engelbert Fecher, in dessen Amtszeit Weiskirchen an die Gas- und Stromversorgung angeschlossen wurde. „Aus Angst haben sich die Jügesheimer damals geweigert, Gas einzuführen“, erzählt Helmut Trageser.

Während bisherige Veröffentlichungen meist nur bis 1945 reichten, beleuchtet das Festbuch auch die Nachkriegszeit. Fotos dokumentieren den Bau der ersten rodgauweiten Einrichtung in den 1950er Jahren: Die Kläranlage reinigte schon damals die Abwässer von Rollwald bis Weiskirchen. Auch der Autobahnbau ist ein Thema. Noch 1958 endete die A 3 an der Weiskircher Hauptstraße - von dort aus ging’s per Landstraße nach Würzburg.

(eh)

Quelle: op-online.de

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