Geschwächtes Tier wird aufgepäppelt

Fledermaus erhält Hilfe

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Ein Leckerbissen für die kleine Fledermaus: ein Mehlwurm.

Rodgau - Hannah und Chantal, zwei naturinteressierte Mädchen aus Jügesheim, haben auf einem Radweg nahe der Rodgau-Ringstraße eine verletzte Fledermaus gefunden.

Ihre Mutter verständigte Fledermaus-Fachleute vom Naturschutzbund (Nabu) Rodgau, die den Winzling auch prompt in Empfang nahmen. Es stellte sich bei genauerer Betrachtung heraus, dass es sich bei dem Tier um eine weibliche Zwergfledermaus handelte, die sehr geschwächt und flugunfähig war. Eine Fledermaus-Expertin verabreicht nun dem kranken Tier hilfreiche Medikamente und päppelt es mit handverlesenen Mehlwürmern auf. Inzwischen hat „Mirli“ - so wurde das daumengroße Flattertierchen von seinen Finderinnen genannt - schon an Gewicht zugenommen, kann aber immer noch nicht richtig fliegen.

Deshalb muss das Tier noch eine Weile in Rodgau zur Pflege bleiben. Sobald die Fledermaus wieder gesund ist, wird sie freigelassen und kann dann gemeinsam mit ihren Artgenossen wieder auf nächtliche Jagd gehen. Die etwa fünf bis acht Zentimeter kleinen Zwergfledermäuse verbringen ihren Tagesschlaf gerne in engen Spalten von Gebäuden, berichtet Hans Schwarting von der Arbeitsgemeinschaft hessischer Fledermausschützer. Wissenschaftler haben festgestellt, dass diese Kobolde der Nacht bis zu 40 verschiedenen Quartiere und auch diverse Rastplätze kennen.

Die in Deutschland streng geschützten Säugetiere ernähren sich ausschließlich Insekten und sind damit sehr nützliche und effektive biologische Schädlingsbekämpfer. „Sie fressen immerhin jede Nacht 50 Prozent des eigenen Körpergewichts an Insekten“, verrät der Fledermauskundler.

siw

Quelle: op-online.de

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