Fossil gibt Rätsel auf

Steinerne Grüße aus der Urzeit

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Wie kleine Schirmchen sehen die versteinerten Korallen aus.

Hainhausen - Versteinerung gibt Rätsel auf: Wie kommt ein Fossil aus der Eifel in einen Hainhäuser Garten?

Eine ungewöhnliche Entdeckung hat Erika Baumann an ihrem Haus in Hainhausen gemacht. Als sie welkes Laub entfernte, fand sie einen Stein mit eingebetteten Fossilien. Auf der einen Seite sieht er wie eine Anzahl kleiner Schirmchen aus, die andere Seite erinnert an die Struktur von Blättern. „Das ist ein schöner Korallenstock aus der Eifel“, sagt Gerhard Lämmlein vom Heimatverein Jügesheim, der seit Jahrzehnten Fossilien sammelt.

Aber wie kommen versteinerte Korallen in einen Hainhäuser Garten? Erika Baumann weiß die Erklärung: „Vor 42 Jahren hatten wir uns Rheinkiesel von der Baustoffhandlung Fisch kommen lassen.“ Für Fossiliensammler Lämmlein klingt das plausibel: Über die Mosel können Steine aus der Eifel bis in den Rhein gelangen. Die Versteinerung stamme übrigens aus dem Zeitalter des Mitteldevon, also vor etwa 390 Millionen Jahren. Ähnliche Stücke gebe es auch im Museum für Heimat- und Erdgeschichte in Jügesheim.

Der Korallenstein ist nicht der einzige ungewöhnliche Fossilienfund der jüngsten Zeit. Erst vor rund zwei Jahren fand Gerhard Lämmlein am FKK-Strand des Badesees die versteinerten Ober- und Unterkiefer eines Plesiosaurus - einer Meeresechse, die vor rund 80 Millionen Jahren lebte. Die Urzeitechse wurde wahrscheinlich durch eine Schlammlawine eingeschlossen. Der Schlamm erstarrte im Lauf der Zeit zu Kalkstein, er am Ende der jüngsten Eiszeit vor 15 000 Jahren wohl mit anderen Kalkgeröllen vom Ur-Main nach Rodgau gespült wurde. Das Kieswerk am Rodgau-See fördert mit seinem Schwimmbagger regelmäßig Versteinerungen zu Tage. Wer mit offenen Augen über den FKK-Strand geht, kann dort immer wieder fündig werden.

Sehr viel jünger und doch eine kleine Sensation waren die Steine, die Marion Heise im Herbst 2013 beim Hundespaziergang in den „Farnebüsch“ entdeckte. Es handelte sich um Faustkeile, Messer, Schaber, Hohlschaber, Stichel und Kernsteine aus Basalt: Werkzeuge aus der Mittelsteinzeit vor rund 8 000 Jahren. Die „Farnebüsch“ sind damit der älteste bekannte Siedlungsplatz in Rodgau.

eh

Quelle: op-online.de

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