OB Feldmann zu Gesprächen im Rathaus

Frankfurt will in Rodgau bauen

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Erster Stadtrat Michael Schüßler, ABG-Geschäftsführer Frank Junker, Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann und Bürgermeister Jürgen Hoffmann (von links) loten derzeit aus, ob die ABG in Rodgau bauen könnte. Rodgau verfügt über die größten Flächenreserven (54 Hektar) aller Kommunen im Landkreis Offenbach. Das Foto entstand bei Feldmanns Besuch im Rathaus.

rodgau - Die Städte Frankfurt und Rodgau schmieden an einer Allianz für den Wohnungsbau. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) war deshalb diese Woche zu Besuch im Rathaus in Rodgau.

„Wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum“, beschreibt Bürgermeister Jürgen Hoffmann die Lage. Deshalb haben Hoffmann und der Erste Stadtrat Michael Schüßler in jüngster Vergangenheit bei jeder Gelegenheit nach Bau-Partnern gesucht. Noch ist nichts spruchreif, aber Hoffmanns Parteifreund Feldmann hat für die Stadt Frankfurt Interesse signalisiert. Bei einem Treffen am Mittwoch im Rodgauer Rathaus hatte OB Feldmann Frank Junker, den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG, dabei. „Es war ein gutes Gespräch“, sagt Hoffmann. Inhaltlich wolle er zurzeit noch nichts dazu sagen. Das sei so vereinbart worden. „Es besteht aber ein gegenseitiges Interesse.“

Die ABG Frankfurt Holding ist eine der größten Wohnungsgesellschaften in Deutschland. Sie befindet sich im Besitz der Stadt Frankfurt und unterhält zusammen mit ihren Tochtergesellschaften derzeit etwa 51 000 Wohnungen in Frankfurt. Die Holding plant, bis 2020 insgesamt 6181 neue Wohnungen zu bauen; 2260 davon als öffentlich geförderte Mietwohnungen. Das Investitionsvolumen im Wohnungsneubau beträgt für diesen Zeitraum rund zwei Milliarden Euro. Ganz bewusst bezieht das Unternehmen die Region in seine Überlegungen ein. So war die ABG, deren Aufsichtsrats-Chef OB Peter Feldmann ist, Pionier auf der Offenbacher Hafeninsel. Dort entstanden 178 Wohnungen in einem breiten Gebäuderiegel.

Auch auf dem früheren Gelände der Maschinenbaufabrik MAN Roland an der Offenbacher Christian-Pleß-Straße ist die Wohnungsbaugesellschaft aktiv. 122 Wohnungen entstehen dort. 50 Einheiten, von den Städten Frankfurt und Offenbach sowie vom Land Hessen gefördert, stehen Mietparteien zur Verfügung, deren Einkommen unterhalb der gesetzlich definierten Grenze liegt. Mit Landesgeld bauen die Frankfurter davon 32, die Offenbacher 18 Wohnungen. Alle werden im Passivhaus-Standard errichtet, daher fallen geringe Heizkosten an. Baubeginn war im August 2014. Fertig sein sollen die Wohnungen, 99 Tiefgaragenplätze und 21 oberirdische Pkw-Stellflächen im November. Die Baukosten betragen rund 41 Millionen Euro.

In Rodgau hätte die ABG die große Auswahl. Das Stadtparlament hat in seiner Dezembersitzung einen Bebauungsplan für ein großes Areal zwischen Hainhausen und Jügesheim auf den Weg gebracht. Zunächst geht es dabei lediglich um ein Gelände zwischen Südtrasse und Rodgau-Ringstraße. Insgesamt könnte dort aber in den nächsten 20 Jahren ein ganz neuer Stadtteil entstehen. Auch in Dudenhofen und Nieder-Roden sollen die Bagger rollen.

Die Rodgauer/Frankfurter Pläne decken sich mit dem Wahlprogramm der örtlichen SPD. Am Mittwoch hatten der Parteivorsitzende Jürgen Kaiser und der Fraktionsvorsitzende Ralf Kunert angekündigt, die Genossen wollten bis zum Jahr 2021 etwa 15 Millionen Euro in den Neubau bezahlbarer Wohnungen stecken. Denkbar sei die Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft und die Zusammenarbeit mit Profis bestehender Wohnungsbaugesellschaften. Als erste ist die ABG nun in Rodgau vorstellig geworden. (bp)

Quelle: op-online.de

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