Vorverkauf hat begonnen

Freilichttheater an der Kirche St. Matthias

Nieder-Roden - Ein opulentes Freilichtspiel mit mehr als 60 Mitwirkenden bietet die Theatergruppe Großes Welttheater im Hochsommer. Ende August bringt sie den Romanklassiker „In 80 Tagen um die Welt“ auf die Bühne. Heute in 80 Tagen ist Premiere. Von Ekkehard Wolf 

Auf der Freilichtbühne gibt es ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern (von links): Maybrit Gutschling, Silvia Radtke, Christian Auerswald, Günter Ullmer und Hans Bär. Neu gestylte Schweißerbrillen und andere Requisiten aus der Steampunk-Bewegung bringen eine surrealistische Note in die Inszenierung.

20 Jahre nach der Wiederaufführung des „Großen Welttheaters“ kehrt die Theatergruppe wieder einmal an ihre erste Spielstätte zurück. Im Schatten der Kirche St. Matthias entfalten sich auf zwei Bühnen die Erlebnisse eines englischen Exzentrikers im 19. Jahrhundert, der eine spektakuläre Wette eingeht. 80 Tage dauerte die Reise um die Welt 1873 bei Jules Verne. „Heute schafft man das in 80 Stunden. Das ist zwar ein Zeit-, aber kein Lustgewinn“, sagt Steffen Hartmann, der Vorsitzende des Welttheatervereins. Im 19. Jahrhundert sei Reisen noch ein Abenteuer gewesen. Die Theatergruppe sehe in dem Stück einen aktuellen Bezug: Für viele Millionen Flüchtlinge weltweit sei das Reisen auch heute beschwerlich und voller unfreiwilliger Risiken. Das Bühnenstück orientiert sich an der literarischen Vorlage und nicht an den Verfilmungen. Neben den großen Sprechrollen gibt es zahlreiche kleine Rollen. Manche sagen nur einen einzigen Satz. Die Besetzungsliste umfasst 54 Namen. Wenn man die Statisten dazuzählt, tummeln sich 60 bis 65 Personen auf und vor der Bühne. Zur Handlung gehören Straßenszenen, eine Prozession und sogar eine Bisonherde - große Szenen, die so nur im Freien möglich sind. „Wir werden auch im Publikum und mit dem Publikum spielen“, kündigt Hartmann an.

Die Regie ist auf zwei bewährte Köpfe aufgeteilt. Erik Schmekel inszeniert die Massenszenen, Christa Wolf die Einzelrollen. Auch für sie hält das Zweieinhalb-Stunden-Stück einige Herausforderungen bereit. „Die Massen zusammenzuhalten und einen Probenplan zu erstellen, der jedem passt“, nennt Christa Wolf als schwierigste Aufgaben. Immer wieder muss sie einzelne Szenen mit Ersatzleuten proben, weil ein oder zwei Schauspieler gerade keine Zeit haben. „Die letzte Probe war wunderbar“, strahlt die Regisseurin: „Alle waren da, das lief richtig.“

Im Theaterverein mit rund 160 Mitgliedern sind viele Talente vertreten. Deshalb sind Bauten und Ausstattung komplett selbst gemacht: von Requisiten über Kostüme bis zur Tribüne aus Europaletten. Jutta Woitalla, die die Kostüme schneidert, wird seit einem Ausflug hinter die Kulissen der Frankfurter Oper als „Gewandmeisterin“ tituliert. „Ich kann’s nicht mehr hören!“, wehrt sie lachend ab. Aus der Requisitenwerkstatt von Silvia Radtke kommt unter anderem eine handgeschnitzte Opiumpfeife. Werner Conze schmiedet Pistolen und Gewehre. Steffen Hartmann und sein Team bauen Bühne und Kulissen. Ergänzend dazu soll es wieder Projektionen geben. Für eine surrealistische Note sorgen Kostüme und Requisiten mit technischem Retro-Look, die sich an die sogenannte Steampunk-Bewegung aus den 80er Jahren anlehnen.

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Vom 25. bis 31. August sind sechs Aufführungen geplant, der Sonntag ist spielfrei. Die Vorstellungen beginnen um 20 Uhr. Schon eine Stunde vorher findet eine mottogerechte Bewirtung statt. Eintrittskarten sind für 20 Euro, ermäßigt 18 Euro, im Rodgauer Buchhandel erhältlich.

Quelle: op-online.de

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