Freye Bogenschützen kommen ohne technischen Schnickschnack aus

Schießen wie Robin Hood

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Volltreffer! Die Freyen Bogeschützen schießen ausschließlich auf Kunststofftiere.

Nieder-Roden - Den Umgang mit Pfeil und Bogen pflegen die Freyen Bogenschützen Rodgau wie Robin Hood. Moderne High-Tech-Bögen und komplizierte Zieleinrichtungen sind ihnen also fremd. Das hat einen ganz besonderen Charme. Von Peter Petrat 

Bogenschießen wie im Mittelalter. Das praktizieren die Freyen Bogenschützen Rodgau. Ihr Name stammt aus dem Mittelalter, die Geschichte ihrer Waffen reicht sogar bis in die Steinzeit zurück. Jedoch, oder vielleicht gerade deshalb, haben die Freyen Bogenschützen Rodgau heute so viel Spaß an ihrem Hobby. Ganz ohne technisch ausgeklügelte Zielhilfen spannen sie ihre modernen Sportgeräte und stellen sich der Herausforderung, die die auf den ersten Blick so simple Konstruktion bietet.

In der Interessengemeinschaft sind Männer und Frauen zwischen 13 und 62 Jahren aktiv. Ihr Gelände liegt etwas versteckt zwischen Nieder-Roden und Rollwald. Ganz in der Nähe von Schützenverein, Hundeplatz und Naturschutzbund. Bäume, Zäune und Fangnetze begrenzen ihren Schießplatz, der auch Platz für ein kleines Clubhaus bietet. Den Namen in der historischen Schreibweise trägt die derzeit etwa 20 Mitglieder starke Interessengemeinschaft, die gerade kein Verein sein möchte und 2007 gegründet wurde, in Anlehnung an die Verwendung des Bogens im Mittelalter. Auch damals gab es keine Visiere an den Jagd- und Kriegswaffen.

Zielen, Spannen, Schießen; das funktioniert bei den Freyen Bogenschützen fast schon automatisch.

„Uns verbindet das Bogenschießen als gemeinsames Hobby“, berichten Klaus Peter Gertler und Uwe Feulner. Beide schwärmen davon, wie schön man dabei den Alltagsstress ausblenden kann. Während man sich auf den eigenen Körper, den Bogen und das Ziel konzentriere, vergesse man die Welt um sich herum. Außerdem ist man an der frischen Luft. Daneben dürfen natürlich auch die Gemeinschaft und der Spaß drum herum nicht zu kurz kommen. Das Schießen ganz ohne Zielvorrichtung am Bogen ist zu Beginn völlig ungewohnt. Doch nach einigen Durchgängen bekommt man ein Gefühl dafür, wohin man zielen muss. Das freie Zielen sei viel natürlicher, erklären die Mitglieder interessierten Gästen immer wieder. Mit ein wenig Übung bekomme der Körper das wunderbar hin.

Für ausreichend Abwechslung sorgen nicht nur die unterschiedlichsten Distanzen, über die geschossen werden kann, sondern auch verschiedene Ziele. Neben den klassischen Scheiben haben sich die Schützen auch allerlei anspruchsvolle Ziele gebastelt. Zum Beispiel Tier-Attrappen. Eine besondere Herausforderung stellen die Tennisbälle dar, die an einem Baum in ordentlicher Entfernung hängen. Bei allem Können gehört hier auch etwas Glück mit dazu. Besonders beliebt und ein klein wenig der Stolz der Schützen sind die dreidimensionalen Zielattrappen. Diese Tierfiguren aus besonders robustem Schaumstoff bieten einen besonderen Reiz. Aber echte Tiere als Ziele sind absolut tabu, betonen die Schützen ausdrücklich.

Neben regelmäßigen Wettkämpfen untereinander, wie etwa einem Nachtschießen oder einem Halloween-Schießen, fahren die Mitglieder gerne auf Parcours-Wettkämpfe. Dabei wird auf einer bis zu mehreren Kilometern langen Strecke in Feld, Wald und Wiese auf unterschiedliche dreidimensionale Ziele geschossen. Die besondere Herausforderung liegt in den verschiedenen Entfernungen und Sichtwinkeln zu den Zielscheiben. Wer einmal reinschnuppern möchte, der ist jeden Mittwoch zum Trainingsabend herzlich willkommen.

Quelle: op-online.de

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