Stadtwerke investieren in Neugestaltung

Stolperfallen am Friedhof beseitigt

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Zwei Pflanzenteppiche fügen sich harmonisch in die Gemeinschaftsgrabanlage ein. Den Stadtwerken war es bei der neuen Anlage wichtig, dass die Weiterführung des bisherigen Gestaltungsmotivs aus den ersten beiden Bauabschnitten optisch als deren Fortsetzung wahrgenommen wird. Die leicht geschwungene Form bleibt erhalten. Und auch dieses Feld wurde mit bodendeckenden Stauden und Gräser bepflanzt, die abwechselnd blühen. Hier bewundern die Teilnehmer der Pressekonferenz den üppigen Salbei.

Nieder-Roden - Schluss mit den Stolperfallen am Friedhof in der Römerstraße. Die Stadtwerke haben den maroden Plattenbelag durch neues Pflaster ersetzt. Außerdem wurde die Bepflanzung wunderbar hergerichtet und eine weitere Urnengrabanlage mit etwa 250 Plätzen geschaffen.

Bisher versprühte der Belag aus Waschbetonplatten am Friedhofszugang den Charme spröder 60-Jahre-Architektur. Noch schlimmer: Baumwurzeln hatten viele Platten gehoben, etliche waren gebrochen. Nicht viel besser sah’s auf dem Parkplatz aus, der als solcher eigentlich gar nicht zu erkennen war. Die Stadtwerk haben den Vorplatz an der Trauerhalle und den Parkplatz jetzt neu gestaltet. Auch entstand eine weitere Urnengemeinschaftsgrabanlage für pflegefreie Gräber (zirka 250 Plätze).

Gestern wurden die Baumaßnahmen im Zuge der Magistratspressekonferenz mit Bürgermeister Jürgen Hoffmann, dem Ersten Stadtrat Michael Schüßler, Kulturdezernent Winno Sahm, Stadtwerke-Chef Dieter Lindauer und Sachgebietsleiterin Christina Breuninger vorgestellt.

Auch der Klerus gab zu dem Projekt seinen Segen. Pfarrer Dr. Peter Eckstein (katholische Pfarrgemeinde St. Matthias) bezeichnete die Urnengrabanlage als einen Ort, „der viel vom Leben erzählt“. Um diesen Gedanken erlebbar zu machen, forderte er die Vertreter des Magistrats und der Stadtwerke auf, einmal ruhig inne zu halten. Und schon war die Lebendigkeit des Gottesackers deutlich wahrzunehmen: Vögel zwitscherten, Bienen summten. Pfarrer Eckstein bezeichnete diese Szenerie als „eine Zusage an das Leben“. Und genau dies bräuchten Angehörige in einem Trauerfall.

Auch Pfarrer Michael Mehl (evangelische Pfarrgemeinde Nieder-Roden) sah im Friedhof einen Ort des Lebens. Ein Symbol dafür sei zum Beispiel die Erde dort. „Schon in einer einzigen Hand davon steckt sehr viel Leben.“ Bürgermeister Jürgen Hoffmann lobte die „einladende und geschmackvolle Gestaltung“. Die „neu geschaffene Einheit“ füge sich bestens in den alten Bestand ein.

Der neue Belag auf dem Vorplatz verbindet die Trauerhalle mit der vorhandenen Natursteinmauer. Der Parkplatz wurde mit einem neuen Betonverbundpflaster befestigt. Das bestehende Kiefernrondell wich. Der grüne Rahmen aus Beeten konnte zur Einfassung des Vorplatzes ausgebaut werden. So bekommen die vorhandenen und zu erhaltenden Gehölze mehr Lebensraum. Dem vorhandenen Trompetenbaum leisten nun fünf neue Bäume (auch Ulmen), Rhododendren, ein Saum aus Gräsern und bodendeckenden Stauden Gesellschaft. Das alles bereichert die Fläche ungemein.

Zur Abschirmung des Parkplatzes wurde eine Hecke gepflanzt. Davor wird sich ein Beet aus robusten Gräsern entwickeln. Die Stellplätze für Fahrräder wurden von fünf auf zehn erweitert und zwei neue Bänke gesetzt. Insgesamt kosten Umbau und Umgestaltung des Vorplatzes und des Parkplatzes rund 80 000 Euro. Aber nicht nur vor dem Friedhof werden Veränderungen sichtbar. Seit Juli 2012 haben die Stadtwerke in jedem Stadtteil Urnengemeinschaftsgrabanlagen angelegt, die den Hinterbliebenen pflegefreie Gräber ermöglichen. In Dudenhofen gibt es bereits zwei. Jetzt auch in Nieder-Roden.

Schon im Frühjahr 2014 war die Urnengemeinschaftsgrabanlage auf dem Neuen Friedhof erweitert worden. Seit der ersten Beisetzung im Juli 2012 gab es 102 Beerdigungen im ersten Grabfeld und 95 im zweiten. In der neuen Anlage mit einer Fläche von etwa 300 Quadratmeter gibt es rund 250 Plätze. Die Kosten liegen bei etwa 45.000 Euro. (bp)

Quelle: op-online.de

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