Stadt erweitert Satzung um neue Verbote

Hausmüll auf Friedhof

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Macht viel Arbeit, muss aber geduldet werden. Der Blätterregen auf die Gräber ist auf einem Waldfriedhof wie in Jügesheim nun einmal typisch und unvermeidbar.

Rodgau - Neue Vorschriften für die Friedhöfe plant der Magistrat für nächstes Jahr. Aber die Gebühren bleiben stabil. Die wichtigste Änderung: Erdbestattungen sind in Zukunft auch ohne Sarg möglich, wenn das Gesundheitsamt zustimmt. Von Ekkehard Wolf 

Darüber hinaus enthält die neue Friedhofssatzung viele kleine Korrekturen zu Themen wie Abfall, Bäume, Fahrräder und Winterdienst. Stellenweise liest sie sich fast wie eine Hausordnung. Wer genauer hinsieht, blickt in Abgründe.

Abfall: Eigentlich sollte es ja selbstverständlich sein, dass man seinen Müll nicht auf den Friedhof trägt. Ist es aber nicht. Plastiktüten voller Hausmüll landen in den Behältern, die eigentlich für abgebrannte Grablichter oder die Plastikteile von Trauerkränzen gedacht sind. Auch Küchenabfälle, Perücken, Gartenstühle oder kaputte Fernseher sind darin bereits gelandet. Den Tätern fehlt jegliches Unrechtsbewusstsein, wie Christina Breuninger von der Friedhofsabteilung der Stadtwerke berichtet. „Sie sagen nur: Die Container stehen ja da.“ Künftig ist die Müllentsorgung via Friedhof auch offiziell verboten.

Blätterregen muss geduldet werden

Bäume: Sie spenden Schatten, vermitteln Geborgenheit und erinnern an den Kreislauf der Natur. Genau da liegt das Problem: Im Herbst lassen Laubbäume ihre Blätter fallen. Das wirkt auf viele Menschen tröstlich, weil sie wissen, dass auf jeden Herbst auch ein Frühling folgt. Doch einige empfinden das Herbstlaub einfach nur als störend. „Macht die Bäume weg!“, fordern erboste Bürger alle Jahre wieder. Nun wird auch dieser Punkt in der Friedhofssatzung geregelt: „Die Nutzungsberechtigten haben die natürlichen Beeinträchtigungen durch die vorhandenen Friedhofsbäume zu dulden.“

Fahrräder: Der Friedhof gehört den Toten und den Fußgängern. „Das Befahren der Wege mit Fahrzeugen aller Art ist nicht gestattet“, heißt es schon lange in der Friedhofssatzung. Viele Fahrradfahrer wissen das nicht – oder sie halten sich nicht daran. Deshalb wird Radfahren künftig explizit verboten. Neue Schilder für die Friedhofseingänge sind schon geplant, damit es auch der Letzte kapiert. Wer eine schwere Blumenschale oder einen Sack Erde auf dem Gepäckträger befördert, sollte sein Rad ohnehin lieber schieben. So groß sind die Rodgauer Friedhöfe nun auch wieder nicht.

Schnee: „Eingeschränkter Winterdienst“, warnen Schilder an den Ortsschildern in allen Stadtteilen. Das gilt auch auf den Friedhöfen – wer hätte das gedacht? „Man kann nicht davon ausgehen, dass alle Wege geräumt sind“, sagt Christina Breuninger von der Friedhofsabteilung der Stadtwerke: „Wir sind verpflichtet, die Hauptwege zu räumen, aber nicht die Nebenwege.“ Das will die Stadt nun auch schriftlich festhalten, um sich vor möglichen Klagen zu schützen. Bei Schnee und Eis helfen die Friedhofsarbeiter zunächst ihren Kollegen, die im Stadtgebiet für sichere Straßen und Wege sorgen. Erst ab etwa 10 Uhr kommen die Friedhöfe dran.

Bußgeld: Gebote und Verbote sind nur sinnvoll, wenn man sie auch überwachen und ahnden kann. Auch die jetzt um einige Paragrafen erweiterte städtische Friedhofssatzung droht bei Ordnungswidrigkeiten unangenehme Folgen an – nämlich Geldbußen von fünf bis 1500 Euro. Bisher wurden solche Sanktionen selten verhängt.

Quelle: op-online.de

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