Klimabotschafter greifen zu Spaten und Gießkanne

Frisches Grün für bessere Umwelt

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Nieder-Roden - Dass der Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) in der Welt ein Umweltproblem darstellt, ist bekannt. Dennoch scheinen Maßnahmen gegen den Klimawandel – wenn überhaupt – nur langsam umgesetzt zu werden. So sagt man gerade den UN-Klimakonferenzen gerne nach, sie würden bei all dem Gerede kaum Ergebnisse zutage fördern. Von Sven Stripling 

Deswegen lautete das Motto der jüngsten Umweltaktion „Plant for the Planet“ an der Heinrich-Böll-Schule (HBS): „Hört auf zu reden, fangt an zu pflanzen.“ Dabei wurden 84 Kinder aus diversen Schulen zu Klimabotschaftern ernannt. Sie pflanzten auf dem Schulgelände einen Baum und zahlreiche andere Gewächse, um der globalen Erwärmung entgegenzuwirken. Im September 2014 hatten einige Schüler der HBS zum hessischen Tag der Nachhaltigkeit den Entschluss gefasst, die Schule für einen Tag CO2-neutral zu halten. Die ganze Schulgemeinde war dazu angehalten gewesen, für einen Tag auf Autos zu verzichten oder andernfalls eine „Umweltgebühr“ zu bezahlen. An der Schule wurden an diesem Tag so wenige Autos gesehen wie seit Jahren nicht. Für jeden Euro von den erhobenen „Umweltgebühren“ wiederum wurde im Anschluss von der Organisation „Plant for the planet“ irgendwo auf der Welt ein Baum gepflanzt: 250 an der Zahl.

Doch für die Klimabeauftragten der HBS war klar, dass noch mehr getan werden müsse. Fasziniert von der Bewegung „Plant for the planet“, die ursprünglich ein neunjähriger Junge namens Felix über ein Schulreferat in Gang gesetzt hatte, entstand der Wunsch, eine Botschafter-Akademie dieser Organisation nach Rodgau zu holen und auch hier ein paar Bäume für eine nachhaltige Zukunft zu setzen. 19 Schüler der HBS, 21 von der Carl-Orff-Schule, 18 von der Schule am Bürgerhaus, zwölf von der Gartenstadtschule und einige weitere von anderen Schulen machten aus dem Wunsch Wirklichkeit. Im ersten Schulgarten der HBS setzten sie eine Vielzahl Nutzpflanzen. Und direkt am Eingang zum Gelände steht fortan ein junger japanischer Kirschbaum, dessen Kirschblüten im Frühjahr auch an die Tragödie in Fukushima erinnern sollen.

Pflanzaktion an der Heinrich-Böll-Schule

Die Aktion der Rodgauer Schüler fließt übrigens ein in den Dokumentarfilm „Child of nature“. Marcos Negrão, sowohl Produzent als auch Kameramann und Filmregisseur, ist seit geraumer Zeit in 15 Ländern unterwegs, um Filmmaterial von Umwelt- und Sozialaktionen von Kindern zusammenzustellen. Der Dokumentarfilm soll ab 2016 auf Filmfestivals zu sehen sein, um zu motivieren. Auch die Schüler haben bereits neue Pläne, wie man dauerhaft etwas Veränderung in dieser Hinsicht nach Rodgau bringen könnte. Zum Abschluss präsentierten die neuen Klimabotschafter ihr Programm. Zum Beispiel können sie sich an anderen Schulen Baumpflanzungen gut vorstellen. Und sie wollen Geld für Bäume sammeln.

Quelle: op-online.de

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