Sportcoach sucht Lösung

Fußballplatz für Flüchtlinge derzeit tabu

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Die Flüchtlinge in der Gemeinschaftsunterkunft Nieder-Roden haben einen Fußballplatz vor der Nase, den sie momentan nicht nutzen dürfen.

Nieder-Roden - Zwischen dem Flüchtlingsheim Borsigstraße und der Bürgerhausschule Nieder-Roden befindet sich eine Rasenfläche mit zwei Fußballtoren. Dort haben die vorwiegend jungen Männer, die in der Unterkunft leben, immer gerne gekickt.

Doch weil Hochtief den Zustand des zur Schule gehörenden Platzes monierte, dessen Rasen einmal im Jahr neu eingesät wird, wurde die Fläche eingezäunt. Seit Mitte Juni nun ist der Platz mit Auflagen freigegeben. Der Schulhausmeister verwaltet die Fläche, die die Stadt Rodgau mit Genehmigung des Kreises vermieten darf. Um sich vor Zerstörungen zu schützen, gestattet die Stadt lediglich Vereinen, den Platz zu nutzen, denn die sind versichert und deswegen dann auch haftbar zu machen. Diese Regelung bedeutet aber gleichzeitig, dass die jungen Männer aus der Gemeinschaftsunterkunft zwar einen Rasenplatz vor der Nase haben, dort aber nicht mehr kicken können. Armand Vissers, ehrenamtlicher Helfer des Flüchtlingsnetzwerks Rodgau-Süd, ärgert sich darüber, wie das Problem in Rodgau gehandhabt wird. Seiner Meinung nach, macht es sich die Stadt ein bisschen leicht. Er verweist auf die Kommune Dieburg, die eine Pauschal-Haftpflichtversicherung für Asylbewerber abgeschlossen hat.

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Doch inzwischen hat sich Rodgaus Sportcoach Erwin Kneißl eingeschaltet und sucht nach einer Lösung: Er hat die Aufgabe, den Kontakt zwischen Flüchtlingsinitiativen, Sportvereinen und Flüchtlingen aufzubauen und alle Fäden zusammenzuhalten. Dafür stellt das Land Hessen Fördermittel zur Verfügung. Kneißl möchte einen Verein dafür gewinnen, mit einem Trainer dreimal die Woche ein Fußballtraining für Anfänger und Flüchtlinge anzubieten. Damit wäre das Problem gelöst: Die jungen Männer könnten kicken, sind versichert, die Stadt hat mit dem Verein einen Ansprechpartner und die ganze Initiative könnte auch noch aus dem Sportcoach-Fördertopf bezuschusst werden. siw

Bilder: OFC-Chancencamp für Flüchtlinge

Quelle: op-online.de

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