Gewerbe- und Logistikpark

Gute Anbindung ist entscheidend

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In der riesigen Halle wirken Menschen ganz klein. Das Foto zeigt etwa ein Drittel der Fläche.

Dudenhofen - Der Gewerbe- und Logistikpark an der Kreisquerverbindung wächst weiter. Die VGP Industriebau GmbH (Düsseldorf) will in diesem Jahr vier weitere Gewerbehallen errichten - oder zumindest mit dem Bau beginnen. Von Ekkehard Wolf

Bisher steht erst ein Gebäude - sozusagen ein Musterhaus mit 19.008 Quadratmetern. Das Gewerbegebiet D 27 ist die größte Gewerbefläche, die die Stadt Rodgau in den letzten Jahrzehnten ausgewiesen hat. Auf 23 Hektar sollen fünf riesige Hallen mit zusammen fast 100.000 m² Nutzfläche entstehen. Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) erwartet mehr Arbeitsplätze, höhere Steuereinnahmen und auch den einen oder anderen neuen Einwohner. Von dem Gewerbepark erhoffe er sich einen Entwicklungsschub für Rodgau, sagte Hoffmann gestern vor der Presse: „Wir verändern das Bild der Stadt in Teilen. Das muss erst mal akzeptiert werden.“

Die erste Halle im VGP-Park Rodgau wurde im vergangenen Jahr als Musterobjekt errichtet. Vier weitere Hallen stehen für dieses Jahr auf dem Bauplan.

Die beiden kleinsten Hallen sind bereits vermietet, obwohl sie noch nicht stehen. Diese Gebäude mit 8 500 und 3 000 m² werden nach den Anforderungen der Mieter errichtet. Die PTG Lohnabfüllung GmbH (Langen) will am 1. Oktober einziehen; zwei Werke aus Fernwald (Gießen) und Groß-Zimmern werden in Rodgau zusammengelegt. Die Firma PTG füllt unter anderem Kosmetik- und Medizinprodukte ab. Als zweiter Mieter hat der Pumpenhersteller Ebara (Jügesheim) unterschrieben; der Umzug ist für Frühjahr 2016 angepeilt.

„Musterhaus“ hat Abnehmer gefunden

Auch das „Musterhaus“ hat einen Abnehmer gefunden. Geschäftsführer Darius Scheible von der VGP Industriebau GmbH berichtete gestern, ein Unternehmen aus dem Raum Hannover wolle ab Juli die komplette Halle (19.008 m²) nutzen, die Hälfte davon als Lager für wassergefährdende Stoffe. Den Abschluss des Mietvertrags erwarte er in den nächsten zehn Tagen. Noch in diesem Jahr soll der Bau der beiden größten Hallen (41.760 und 25.056 m²) beginnen. Die Hallen sind in einem Raster von 12 mal 24 Metern konstruiert und lassen sich in kleinere Einheiten aufteilen. Die Mindestgröße liegt bei 1 000 Quadratmeter.

Winter: Baucontainer spiegeln sich im Wasser einer Baugrube.

„Einen bunten Branchenmix“ nannte VGP-Geschäftsführer Scheible gestern als Ziel. Insgesamt wolle VGP in dem Gewerbe- und Logistikpark „600 bis 800 Arbeitsplätze ansiedeln, wie zugesagt“. Etwa 200 Mitarbeiter bringt allein die PTG Lohnabfüllung mit: 100 Festangestellte und ebenso viele Zeitarbeiter. „Der Standort Jügesheim ist für uns ideal“, betont Dr. Annette Christoph von der Geschäftsleitung: Der Gewerbepark liege nahe genug an den Hauptstandorten Langen und Ober-Roden, verfüge über eine sehr gute Straßenanbindung für den Lieferverkehr (bis zu zehn Lastwagen am Tag) und biete Möglichkeiten zur Erweiterung.

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Der Gewerbesteuer-Satz sei für die Standortwahl nicht entscheidend gewesen, betonte Dr. Christoph: „Wir haben uns an der Lage und am Preis orientiert.“ Auch VGP-Geschäftsführer Scheible versteht die jüngste Aufregung über Steuersätze in Rodgau nicht: Das wichtigste Kriterium für die Ansiedlung eines Unternehmens sei die Lage. Daneben müssten auch Qualität und Preis der Immobilie stimmen. Eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sei für die Mitarbeiter wichtig, unterstrich Dr. Annette Christoph. „Sie rennen da bei mir offene Türen ein“, entgegnete Bürgermeister Hoffmann. Eine zusätzliche Bushaltestelle der Linie OF-99 nach Seligenstadt und Langen sei bereits im Gespräch.

Quelle: op-online.de

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