Stadt sichert sich große Flächen im W18

Gewerbegebiet kommt doch noch

Weiskirchen - Für das Gewerbegebiet Weiskirchen-West hat die Stadt offenbar einen ernsthaften Interessenten. Den Namen will Bürgermeister Jürgen Hoffmann jedoch nicht nennen. Damit der Ankauf der Grundstücke vorangeht, will der Magistrat nun die Baulandumlegung einleiten.

Das Gewerbegebiet „Lichte Haide“ südlich der Autobahn zwischen Selgros-Großhandel und Autobahnmeisterei ist ein Sorgenkind der Stadt. Seit 17 Jahren besteht ein rechtskräftiger Bebauungsplan, der Speditionen und selbstständige Lagerplätze ausschließt. Mehrere Anläufe für größere Projekte verliefen erfolglos. Zu den Interessenten zählten Unternehmen wie Goldbeck-Bau und Kubota. 2007 scheiterte die Ansiedlung der Firma Ulma, eines Verleihbetriebs für Betonschalungen und Baugerüste; deren Deutschlandzentrale zog daraufhin nach Rödermark. Später plante ein Frankfurter Geschäftsmann einen Gebrauchtwagenhandel in großem Stil; auch dieser Plan hat sich laut Bürgermeister inzwischen zerschlagen.

„Um mehr Druck im Baugebiet W 18 zu erzeugen“, so Jürgen Hoffmann, zündet der Magistrat die nächste Stufe des „Kaskadenbeschlusses“ von 2013. Damals hatte das Stadtparlament den rund 40 Eigentümern eine Frist gesetzt, ihre Grundstücke zu verkaufen. Ansonsten werde die Hessische Landgesellschaft (HLG) „mit der Bodenbevorratung beauftragt“. Den Kaufpreis hatte das Stadtparlament auf 55 Euro pro Quadratmeter festgelegt. Zuvor lag der Bodenrichtwert bei 150 Euro. Seither hat die HLG rund 18.000 Quadratmeter angekauft. Eine fast gleich große Fläche südlich der Autobahnmeisterei will sie von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) erwerben. Insgesamt umfasst das Gewerbegebiet 41.323 Quadratmeter.

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Die Bundesanstalt darf ihr Grundstück nur „zum höchsten Wert“ veräußern. Deshalb fordert sie ein Umlegungsverfahren auf der Grundlage einer Wertermittlung. Diesem Wunsch will der Magistrat nun nachkommen. Bereits 1996 hatten die Stadtverordneten die Umlegung beschlossen. Wenn der Kauf des bundeseigenen Grundstücks klappt, hat die Stadt über die HLG rund 87 Prozent der Gesamtfläche in der Hand. Eine kleinere Fläche im östlichen Bereich ist noch durch eine Kaufoption blockiert. Nur die Eigentümer eines handtuchförmigen Flurstücks am Rand der Udenhoutstraße (rund 1 400 m²) wollen nicht mit der HLG reden.

eh

Quelle: op-online.de

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